Glossar enterale Ernährung
Glossar enterale Ernährung
Glossar enterale Ernährung

Glossar: medizinische Ernährung von A-Z

Im Zusammenhang mit Themen wie Mangelernährung, Trinknahrung sowie der Ernährung über eine Ernährungssonde tauchen viele Begrifflichkeiten auf, die für Sie im pflegerischen Alltag vielleicht neu oder unklar sind. Fachbegriffe lassen sich leider nicht immer vermeiden. In unserem Glossar von A-Z finden Sie daher eine Vielzahl von medizinischen Fachausdrücken rund um die enterale Ernährung einfach und verständlich erklärt. 

Absorption

Absorption bezeichnet die Aufnahme von Stoffen in Zellen bzw. Gewebe. Im Zusammenhang mit der Verdauung bedeutet dies die Aufnahme der durch die Verdauung aufgespaltenen Nahrung durch die Schleimhautzellen des Darms. (siehe auch Resorption)

Adipositas, adipös

Von Adipositas, oft auch bezeichnet als Fettsucht, spricht man bei starkem Übergewicht mit einem BMI über 30 kg/m².

ALS

Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, ist eine unheilbare Nervenkrankheit, bei der Betroffene nach und nach die Kontrolle über die Muskulatur verlieren. Dies wirkt sich auf das Gehen, Stehen, Greifen, Sprechen, Schlucken und Atmen aus. Daher sind betroffene Menschen im Verlauf der Erkrankung oft auf eine Ernährungstherapie mit Trink- oder Sondennahrung angewiesen. 

Aminosäure

Aminosäuren sind kleine Bausteine, die, verbunden zu einer Kette, ein Eiweißmolekül bilden. Es gibt Aminosäuren, die der Körper selbst herstellen kann. Andere lebensnotwendige (essenzielle) Aminosäuren müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Trink- und Sondennahrungen sind so zusammengesetzt, dass sie alle für den Körper notwendigen Aminosäuren enthalten. 

Amylase

Amylase ist ein Enzym, das an der Verstoffwechselung von Kohlenhydraten (Stärke / Zucker) beteiligt ist. Amylase wird in den Speicheldrüsen der Mundhöhle und in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) produziert. Nimmt man Kohlenhydrate über die Nahrung auf, werden sie noch in der Mundhöhle von der Speichel-Amylase in kleinere Einheiten gespalten. Die Bauchspeicheldrüse gibt Amylase in den Dünndarm ab. Dort werden die Kohlenhydratmoleküle weiter aufgespalten, bis sie durch die Dünndarmwand ins Blut aufgenommen werden können.

Amylaseresistent, Amylaseresistenz

Amylaseresistenz bedeutet, dass Speisen und Getränke bei Kontakt mit Speichel ihre erforderliche Konsistenz beibehalten, z.B. durch Andickung mit einem amylaseresistenten Dickungsmittel. Normalerweise zersetzt Amylase, ein Enzym im Speichel, die Nahrung bereits um Mund und verflüssigt so die Nahrung. Dies kann bei Patienten mit einer Schluckstörung zum Verschlucken führen. 

Anabolie, anabol

Der gesunde Stoffwechsel besteht aus zwei Phasen: Anabolie und Katabolie. Anabolie bezeichnet den Aufbaustoffwechsel bzw. den auf Wachstum ausgerichteten Stoffwechsel. Hier werden über die Nahrung aufgenommene Nährstoffe zum Aufbau von körpereigenen Stoffen genutzt. 

Anamnese

Anamnese kommt aus dem Griechischen und bedeutet "Erinnerung". In der Medizin bezeichnet die Anamnese die systematische Befragung von Patienten zum Gesundheitszustand bzw. zur Vorgeschichte ihrer Erkrankung.

Andickungspulver, Andickungsmittel

Andickungsmittel sind Pulverprodukte, mit deren Hilfe die Konsistenz von pürierten Speisen und Getränken für Menschen mit einer Schluckstörung angepasst werden können, so dass der Betroffene diese leichter und kontrollierter schlucken kann. Mit Andickungsmitteln lassen sich unterschiedliche Konsistenzen herstellen (von sirupartig bis puddingartig).

Anorexie

Die Anorexie wird als eine Störung der Appetitregulation verstanden, wie z.B. Abnahme des Hungergefühls sowie ein längeres Sättigungsgefühl bei älteren Menschen. Sie hat eine unzureichende Nährstoffzufuhr zur Folge. 

Anreichern

Anreichern bedeutet, die Versorgung mit bestimmten Nährstoffen zu verbessern, um eine ausgewogene Ernährung sicherzustellen. Das Anreichern von Speisen kann z.B. mit Butter, Sahne, Ölen oder Nährstoffkonzentraten (z.B. Maltodextrin-, Proteinpulver) erfolgen und kann die Ernährungssituation bei ungewolltem Gewichtsverlust verbessern.

Anthropometrie

Messmethoden zur Ermittlung von Körpermaßen (z.B. Gewicht, Größe, BMI, BIA-Messung usw.) mit dem Ziel, den Ernährungszustand zu ermitteln und zu beurteilen. 

Antioxidans, Antioxidantien

Antioxidantien sind chemische Verbindungen, die schädlich wirkende Substanzen, auch freie Radikale genannt, im Körper abfangen und unschädlich machen. Auf diese Weise schützen Antioxidantien unsere Zellen vor schlechten äußeren Einflüssen. Zu finden sind die Radikalvernichter vor allem in den Vitaminen C und E und Karotinoiden.

Anus praeter

Unter Anus praeter wird ein künstlicher Darmausgang (oder Stoma) verstanden, bei dem der Darm durch die Bauchdecke ausgeleitet wird.

Apoplex

Apoplex ist der medizinische Fachbegriff für einen Schlaganfall.

Applikationstechnik

Applikationstechnik ist der Überbegriff für die zur Verabreichung von Sondennahrung, Flüssigkeiten und Medikamenten notwendigen Hilfsmittel und Medizinprodukte, wie z.B. Ernährungssonden, Ernährungspumpen, Spritzen, Überleitsysteme und Zubehör. 

Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL)

In der Arzneimittel-Richtlinie sind die Grundsätze für die Verordnung von Arzneimitteln, stofflichen Medizinprodukten und Verbandsmitteln in der vertragsärztlichen Versorgung festgehalten. Auch die Regelung der Verordnung von Trink- und Sondennahrung fällt in diese Richtlinie. 

ASPEN

ASPEN steht für "American Society for parenteral and enteral nutrition" und ist der amerikanische Berufsverband für Ärzte, Diätassistenten, Pflegepersonal und Wissenschaftler, die an der enteralen und parenteralen Ernährung von Patienten beteiligt sind. 

Aspiration

Der Begriff Aspiration kann unterschiedliche Bedeutungen haben. Zum einen spricht man beim Ansaugen von Flüssigkeiten, z.B. mit einer Spritze, von der Aspiration. Zum anderen spricht man beim Übertritt von Flüssigkeiten, wie z.B. Mageninhalt oder Speichel, von der Speiseröhre in die Atemwege von Aspiration. Eine Aspiration kann zu einer Lungenentzündung (Aspirationspneumonie), zu Luftnot oder Erstickungsanfällen führen. 

Aspirationspneumonie

Eine Aspirationspneumonie ist eine durch eine Aspiration (siehe auch Aspiration) ausgelöste Lungenentzündung (Pneumonie). 

Assessment (Ernährung)

Das Ernährungsassessment ist eine umfassende Erhebung (Diagnose) von Ernährungsproblemen mithilfe von Krankheitsgeschichte, aktueller Medikation, Ernährungssituation und -zustand, Einschätzung des Energie- und Nährstoffbedarfs, körperlichen Größen (z.B. Gewicht, Größe) usw. Die Ergebnisse des Assessments bilden die Grundlage jeglicher ernährungstherapeutischer Maßnahmen. 

Astronautennahrung, Astronautenkost

Trink- und Sondennahrung werden oft als "Astronautennahrung" oder "Astronautenkost" bezeichnet, denn die Ursprünge der heutigen Produkte liegen in der Raumfahrt. Die in der Raumfahrt genutzte "Astronautenkost" wurde Ende der 1960er Jahre für den Einsatz in der medizinischen Ernährungstherapie weiterentwickelt. Heute hilft die "Astronautennahrung" Menschen, die sich aufgrund von Krankheit nicht mehr ausreichend normal ernähren können und auf medizinische Ernährung angewiesen sind. 

Auskultation

Unter Auskultation versteht man das Abhören des Körpers mit einem Stethoskop. Bei der Sondenernährung kann durch Auskultation die korrekte Lage der Ernährungssonde im Magen bestimmt werden. Hierzu spritzt man mit einer ENFit Spritze 5-10 ml Luft in die Sonde. Gleichzeitig wird auf der linken Bauchwandseite auf der Höhe der Taille mithilfe des Stethoskops überprüft, ob hierbei ein gurgelndes Geräusch im Magen zu hören ist. In diesem Fall liegt die Sonde korrekt. 

Austauschsonde

Austauschsonden sind diskrete Ernährungssonden, die bei einem reizlosen und abgeheilten Magenstoma als Ersatz für eine PEG-Sonde eingesetzt werden können. Sie werden von außen in das bestehende Magenstoma geschoben und meist durch einen mit Flüssigkeit gefüllten Ballon im Inneren des Magen fixiert. Typische Austauschsysteme sind Buttons und Gastrotubes.

B2B

B2B steht für Business-to-Business und beschreibt die Geschäftsbeziehung zwischen Unternehmen, z.B. zwischen einem Hersteller und einem Großhandel ohne Endverbraucher, die als "C" für Customer bezeichnet werden.

Ballaststoffe

Ballaststoffe ist der Sammelbegriff für Zellwandbestandteile pflanzlicher Lebensmittel. Ballaststoffe werden durch die Verdauungsenzyme des Menschen nicht abgebaut. Sie sind gesund, denn sie unterstützen die Verdauung und haben einen positiven Einfluss auf die Entwicklung einer gesunden Darmflora.

ballaststofffrei

Ballaststofffrei bedeutet, dass ein Produkt keine Ballaststoffe enthält. 

Ballonsonde

Eine Ballonsonde ist eine Ernährungssonde, die mit einem flüssigkeitsgefüllten Halteballon im Inneren des Magens fixiert wird, wie z.B. der Button oder der Gastrotube

BIA-Messung

Die bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) ist ein technisch einfaches Verfahren, mit dessen Hilfe die Körperzusammensetzung ermittelt werden kann. Sie gibt Auskunft über den Anteil von Fettmasse, Körpermasse, Muskelmasse, fettfreier Masse, Köperzellmasse, extrazellulärer Masse und Magermasse.

Bilanzierte Diäten

Bilanzierte Diäten (auch Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke) sind Lebensmittel, die nach einer exakt definierten Zusammensetzung hergestellt werden. Diese kommen zum Einsatz, wenn Menschen sich mit normalen Lebensmitteln nicht ausreichend ernähren können. Trink- und Sondennahrungen zählen zu den bilanzierten Diäten. Bilanzierte Diäten enthalten alle wichtigen Nährstoffe, wie Eiweiß, Kohlenhydrate, Fette, Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente und können zur vollständigen oder ergänzenden Ernährung eingesetzt werden.

Body-Mass-Index (BMI)

Maßeinheit zur Charakterisierung des Ernährungszustandes. Der Body-Mass-Index, kurz BMI, ergibt sich aus dem Verhältnis von Körpergewicht zu Körpergröße im Quadrat. Formel: Körpergewicht (kg) /Körpergröße (m)². Unabhängig vom Alter spricht man bei einem BMI zwischen 18,5-25 kg/m² von Normalgewicht. 

Zum BMI-Rechner

Bolusgabe, Bolusapplikation

Bei der Bolusgabe werden mehrere Portionen Sondennahrung mit einer großen Spritze appliziert (sog. Boli). Ein Nahrungsbolus sollte pro Portion maximal 300 ml betragen und über einen Zeitraum von 15-20 Minuten verabreicht werden. Die Bolusgabe kann alle 3-4 Stunden wiederholt werden. Zur Bolusgabe eignet sich am Besten eine 100 ml ENFit Spritze und ein Bolusadapter.

Mehr Informationen zur Bolusgabe finden Sie in der Videoanleitung zur Verabreichung von Sondennahrung per Bolus.

Burried-Bumper-Syndrom

Unter einem Burried-Bumper-Syndrom wird das Einwachsen der inneren Halteplatte (Burried-Bumper) einer PEG verstanden. Liegt das Syndrom vor, lässt sich die PEG nicht in den Magen vorschieben und eine Applikation von Sondennahrung ist nicht möglich. Das Einwachsen der inneren Halteplatte einer PEG beruht meist auf mangelnder Pflege, unzureichender Mobilisation der Sonde und zu starkem Zug auf den Haltemechanismus.

Button

Ein Button ist eine kleine Knopfsonde, die als Ersatz für eine PEG-Sonde eingesetzt werden kann, sobald das Magenstoma ausgeheilt ist. Der Button wird mit einem flüssigkeitsgefüllten Ballon im Inneren des Magens fixiert und liegt flach auf der Haut auf. Dadurch ist er kosmetisch sehr unauffällig und eignet sich vor allem für mobile Patienten sehr gut. 

Charrière-Größe (CH)

Charrière (Abkürzung CH) ist in der Medizin ein Maß für den Außendurchmesser. Drei Charrière entsprechen genau einem Millimeter bzw. 1 CH = 0,33 mm. Manchmal wird für den Außendurchmesser auch der Begriff French (Fr) verwendet. 

Colitis Ulcerosa

Colitis Ulcerosa ist eine in Schüben verlaufende, chronisch entzündliche Erkrankung des Dickdarms (kurz CED). In einem akuten Schub leiden Betroffene meist unter starken, blutig-schleimigen Durchfällen und unter schmerzhaften Bauchkrämpfen bzw. -koliken.

Compliance

Compliance beschreibt die Bereitschaft eines Patienten zur Akzeptanz und zur aktiven Mitwirkung an einer Therapie.

COPD

COPD steht für chronisch obstruktive Lungenerkrankung. COPD ist gekennzeichnet durch eine chronische Entzündung und Verengung der Atemwege.

Dehydration, Dehydratation

Dehydration oder Dehydratation bezeichnet einen Flüssigkeitsmangel, der entsteht, wenn man zu wenig trinkt. Fieber oder Flüssigkeitsverluste bei Durchfall und Erbrechen können ebenfalls ursächlich für eine Dehydration sein. 

Dekubitus

Dekubitus ist der Fachbegriff für Wundliegen bzw. für ein Druckgeschwür, das als Folge von zu hohem örtlichen Druck und somit Mangeldurchblutung entsteht, z.B. am Steißbein oder an den Fersen. 

DGE

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., kurz DGE. Mehr zur DGE unter www.dge.de.

DGEM

Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin e.V., kurz DGEM. Die DGEM ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Ernährungsmedizin in Deutschland. Mehr zur DGEM unter www.dgem.de.

DHA, Docosahexaensäure

Docosahexaensäure, kurz DHA, ist eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die zu den Omega-3-Fettsäuren gehört. DHA kann vom Körper nicht selbst hergestellt werden und muss deshalb mit der Nahrung aufgenommen werden (essentielle Fettsäure). Die Fettsäure ist vor allem in fettreichen Fischen, wie z.B. Lachs, Makrele, Hering, Sardine oder Thunfisch zu finden. DHA ist besonders wichtig für die Gesundheit und Funktion des Gehirns. 

Diabetes Mellitus

Diabetes mellitus bedeutet so viel wie "honigsüßer Durchfluss" und ist eine Stoffwechselerkrankung, die häufig auch als Zuckerkrankheit bezeichnet wird. Menschen mit Diabetes mellitus haben durch einen Mangel des Hormons Insulin und / oder durch eine verminderte Insulinwirkung zu hohe Blutzuckerwerte. Die Folge: eine Schädigung von Organen und Gefäßen. Daher sollte ein Diabetes mellitus frühzeitig behandelt werden. 

Dialyse

Die Dialyse ist eine Art Blutwäsche bzw. ein Blutreinigungsverfahren bei einer Nierenschwäche bzw. einem Nierenversagen (Niereninsuffizienz). Durch die Dialyse wird das Blut von überschüssigem Wasser sowie von Abfall- und Ausscheidungsprodukten befreit, die ansonsten zu lebensgefährlichen Vergiftungserscheinungen führen würden. Die Dialyse übernimmt somit die Filter- und Reinigungsfunktion der Niere.

Diaphanoskopie

Als Diaphanoskopie bezeichnet man das Durchleuchten von Körperteilen mittels einer Lichtquelle zu diagnostischen Zwecken. Im Rahmen der perkutanen endoskopischen Gastrostomie werden Organwand und Haut mit der Lichtquelle des Endoskops durchleuchtet und der sich hierbei auf der Körperoberfläche abbildende Lichtpunkt als Punktionsstelle für die Ernährungssonde genutzt.

Diarrhoe

Diarrhoe ist der medizinische Fachbegriff für Durchfall. Bei mehr als drei mal täglich dünnflüssigem Stuhlgang mit erhöhtem Stuhlvolumen spricht man von Durchfall. Die Ursachen hierbei sind vielfältig und können z.B. durch die Verabreichung von zu kalter Trink- und Sondennahrung ausgelöst werden oder durch zu schnelle Verabreichung. Auch Unverträglichkeiten gegenüber bestimmten Inhaltsstoffen können Durchfälle auslösen. 

Dickungsmittel

Dickungsmittel oder Andickungsmittel sind Pulverprodukte, mit deren Hilfe die Konsistenz von pürierten Speisen und Getränken für Menschen mit einer Schluckstörung angepasst werden können, so dass der Betroffene diese leichter und kontrollierter schlucken kann. Mit Andickungsmitteln lassen sich unterschiedliche Konsistenzen herstellen (von sirupartig bis puddingartig).

Direktpunktion

Die Anlage einer PEG-Sonde mittels Direktpunktionsmethode ist eine Alternativmethode zur klassischen Fadendurchzugsmethode und kommt zum Einsatz bei Verengungen in Rachen, Hals oder Speiseröhre, die das Durchziehen der PEG-Sonde durch den Rachenraum und die Speiseröhre unmöglich machen. Mit einem dünneren Endoskop wird nach der optimalen Punktionsstelle gesucht. Anschließend wird der Magen mit einem speziellen Nahtapparat an der vorderen Bauchwand mit 2-3 Nähten fixiert (Gastropexie). Mit einem Trokar (Stichinstrument) mit Hülse werden Magen und Bauchdecke punktiert und ein Ballonkatheter platziert. Hierbei schützt der Ballon die PEG-Sonde vor dem Herausrutschen.

Dislokation

Von einer Dislokation spricht man bei einer Lageänderung oder Verschiebung der Ernährungssonde, wie z.B. bei einem Zurückwandern einer Dünndarmsonde in den Magen.

DNQP

DNQP steht für Deutsches Netzwerk für Qualitätssicherung in der Pflege. Dies ist ein bundesweiter Zusammenschluss von Pflegeexperten. Das Netzwerk beschäftigt sich mit der Förderung der Pflegequalität und entwickelt auf dieser Basis Expertenstandards für die Pflege.

Dreiwegehahn

Der Dreiwegehahn ist ein Absperrhahn mit drei Anschlüssen. Jede Richtung kann einzeln geschlossen werden. Dies ermöglicht bei der Ernährung über eine Sonde z.B. das Zuspritzen von Medikamenten, während die Nahrungszufuhr gleichzeitig verschlossen werden kann.

DRG

DRG steht für Diagnosis Related Groups. DRGs sind diagnosebezogene Fallgruppierungen, die Patientenfälle mit ähnlichen Kosten zusammenfassen. Sie werden auch als Fallpauschalen bezeichnet. Fallpauschalen sind die Grundlage der Vergütung von Leistungen pro stationärem Behandlungsfall im deutschen Gesundheitssystem. 

Dünndarmsonde

Eine Dünndarmsonde, häufig auch als Jejunalsonde bezeichnet, ist eine dünne Ernährungssonde, die über den Magen hinweg bis in den Dünndarm gelegt wurde. Diese kommen oftmals zum Einsatz, wenn eine Magenentleerungsstörung vorliegt oder der Magen verkleinert oder sogar entfernt wurde.  

Duodenum

Das Duodenum ist der erste Abschnitt des Dünndarms und wird auch als Zwölffingerdarm bezeichnet. Das Duodenum hat eine Länge von etwa 30 cm. Hauptaufgabe ist die enzymatische Spaltung und Aufnahme des vom Magen angelieferten Nahrungsbreis und seiner Bestandteile.

Dysphagie

Dyphagie ist der medizinische Fachbergriff für eine Schluckstörung. Der Transport von Speichel, Nahrung und Flüssigkeiten vom Mund bis in den Magen ist hierbei beeinträchtigt. Dadurch besteht die Gefahr einer Aspiration, d.h. dass Speichel, Nahrung oder Flüssigkeiten ungewollt in die Atemwege und Lunge gelangen und dort zu einer Lungenentzündung (Aspirationspneumonie), zu Luftnot oder Erstickungsanfällen führen können. 

eat by walking

Eat by walking bezeichnet ein Ernährungskonzept, das vor allem zur Vermeidung von Mangelernährung bei Demenzkranken eingesetzt wird. Fingerfood wird hierbei an verschiedenen Plätzen im Wohnbereich - auch außerhalb der regulären Mahlzeiten - angeboten. So ermöglicht es demenzkranken Menschen mit hohem Bewegungsdrang im Gehen oder Stehen zu essen und so eine ausreichende Nahrungsaufnahme sicherzustellen.

Einschleichphase

In den ersten Tagen nach der Anlage einer Ernährungssonde beginnt man mit der Verabreichung von Sondenkost zunächst langsam und mit geringen Mengen, damit sich der Körper an die neue Art der Nährstoffzufuhr gewöhnen kann. Man bezeichnet diesen Zeitraum als Kostaufbau-Phase oder Einschleichphase

Eiweiß

Eiweiß, auch Protein genannt,  ist einer der wichtigsten Baustoffe für unseren Organismus. Er steckt in Muskelfasern, Enzymen, Hormonen, im Blut und im Immunsystem. Sämtliche Organe - selbst die Haare - werden daraus gebildet. Eiweiße bestehen aus Aminosäuren. Da unser Körper keinen Eiweißspeicher besitzt, müssen unsere Körperzellen über die Nahrung regelmäßig mit dem Nährstoff Eiweiß versorgt werden. 

eiweißreich

Nahrungsmittel, die sehr viel Eiweiß (Protein) enthalten, werden häufig als eiweißreich bezeichnet. Ob ein Nahrungsmittel als proteinreich oder eiweißreich bezeichnet werden darf oder nicht, ist in der EU-Health-Claims-Verordnung geregelt. So darf ein entsprechender Hinweis auf einem Produkt nur dann aufgedruckt werden, wenn mindestens 20 Prozent der Energie (EN%) auf den Eiweißanteil entfallen. Auch für Trink- und Sondennahrungen ist diese Regelung gültig. Besitzen die medizinischen Flüssignahrungen mindestens 20 EN% Eiweiß, dürfen diese als eiweißreich betitelt werden (siehe auch EN%).

Elektrolyte

Elektrolyte sind Mineralstoffe, die elektrische Ladung tragen, wenn sie in einer Flüssigkeit, wie z.B. Blut, aufgelöst werden. Sie kommen als positiv und negativ geladene Teilchen (Ionen) vor. Wichtige Elektrolyte sind zum Beispiel Kalium, Natrium, Kalzium, Magnesium, Chlorid, Bikarbonat und Phosphat. Sie sind entscheidend für die Flüssigkeitsverteilung und den Wasserhaushalt im menschlichen Organismus.

Elementardiäten

In der deutschen Arzneimittelrichtlinie werden Trinknahrungen als Elementardiäten bezeichnet. Elementardiäten sind daher diätetische Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (bilanzierte Diäten im Sinne der Diätverordnung), die aus Proteinen, Kohlenhydraten, Fetten, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen bestehen und als einzige Nahrungsquelle geeignet sind (so genannte Trinknahrungen).

Emesis

Emesis ist der medizinische Fachbegriff für Erbrechen. 

En%

En% beschreibt die verhältnismäßige Verteilung der Makronährstoffe in Prozent. Für die tägliche Energieaufnahme wird bei Kohlenhydraten ein Energieanteil von > 50 En%, Fetten von 30-35 En% und Eiweiß von 15-20 En% empfohlen. (siehe auch Nährstoffrelation)

Endoskop

Ein Endoskop ist ein dünner, flexibler Schlauch, der zu Untersuchungszecken oder zur Sondenplatzierung über den Mund in den Magen oder Darm geführt wird. 

Endoskopie

Bei einer Endoskopie wird eine Körperhöhle oder ein Hohlorgan, wie z.B. der Magen-Darm-Trakt, mithilfe eines Endoskops von innen untersucht. Das Endoskop besteht aus einem flexiblen Schlauch mit einer Lichtquelle und einer Kamera, die während des Eingriffs in Echtzeit das Bild auf einen Monitor überträgt. Zudem können über das Endoskop auch Werkzeuge, wie z.B. eine Zange, eingeführt werden und so kleine Eingriffe vorgenommen oder eine Gewebeprobe entnommen werden. 

Energiebedarf

Der Energie- oder auch Kalorienbedarf gibt an, wie viele Kalorien ein Mensch täglich benötigt, um ausreichend Energie für die Aufrechterhaltung lebenswichtiger Körperfunktionen sowie für körperliche Aktivität zur Verfügung zu haben.  Der Energiebedarf eines Menschen ist sehr individuell und abhängig von verschiedenen Faktoren, wie z.B. dem Alter, dem Geschlecht, der körperlichen Aktivität oder Erkrankungen. 

Energiedichte

Die Energiedichte von Lebensmitteln gibt an, welchen Energiegehalt (in kcal oder kJ) ein Lebensmittel pro Gewichtseinheit (g oder 100 g bzw. ml oder 100 ml) hat. Beispiel: Eine normokalorische Sondennahrung hat eine Energiedichte von 1 kcal pro ml. 

ENFit

Für mehr Sicherheit in der enteralen Applikation wurde 2015 die weltweite DIN EN ISO Norm 80369-1 eingeführt. ENFit ist der Markenname der Konnektoren, die in dieser Norm geregelt sind. Das Design der Konnektoren (Form und Größe) ist weltweit einheitlich und soll Verwechslungen zwischen enteralen und parenteralen Systemen vermeiden. Bestandteil des Standards sind die Konnektoren am Überleitsystem, dem Dreiwegehahn bzw. Zuspritzschenkel, der Ernährungssonde und Spritzen. 

ENPlus

ENPlus steht für Enteral Nutrition Plus und bezeichnet einen plusförmigen Anschluss am Nahrungsbehältnis sowie am oberen Ende des Überleitgerätes. Der ENPlus-Anschluss stellt sicher, dass ausschließlich enterale Nahrungsbehältnisse mit enteralen Überleitgeräten verbunden werden können.

Enterale Ernährung

Bei der enteralen Ernährung handelt es sich um Ernährung mit Sondennahrung direkt in den Magen oder Darm. Anstelle von normaler Kost über den Mund (oral) wird der Körper mit Hilfe von Sondennahrung, die über einen weichen Kunststoffschlauch in den Magen oder Dünndarm geleitet wird (Ernährungssonde), mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt. 

Entzündung

Eine Entzündung ist eine Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems auf einen Reiz. Das können Krankheitserreger, Fremdkörper, Chemikalien oder Strahlung sein.

EPA, Eicosapentaensäure

EPA steht für Eicosapentaensäure. EPA ist, wie auch DHA, eine mehrfach ungesättigte Fettsäure, die zu den Omega-3-Fettsäuren gehört. EPA kann vom Körper nur bedingt selbst hergestellt werden und muss deshalb mit der Nahrung aufgenommen werden (essentielle Fettsäure). Die Fettsäure ist vor allem in fettreichen Fischen, wie z.B. Lachs, Makrele, Hering, Sardine oder Thunfisch zu finden. Omega-3-Fettsäuren, wie EPA, können die Immunabwehr stärken und das Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen mindern.

Ernährungspumpe

Die Ernährungspumpe ist ein Gerät, mit deren Unterstützung Sondennahrung oder Flüssigkeiten langsam und kontinuierlich über eine Ernährungssonde in den Magen verabreicht werden. 

Wie die Verabreichung von Sondennahrung über eine Ernährungspumpe funktioniert, sehen Sie auch in unseren Videoanleitungen

Ernährungssonde

Eine Ernährungssonde ist ein dünner Kunststoffschlauch, der durch den Nasen-Rachen-Raum oder direkt von außen durch die Bauchdecke in den Magen (gastral) oder Dünndarm (jejunal) gelegt wird, um Patienten mit Sondennahrung oder Flüssigkeiten zu versorgen. 

ESPEN

ESPEN steht für European Society for Clinical Nutrition and Metabolism (europäische Gesellschaft für klinische Ernährung und Stoffwechsel).

Essbiographie

Eine Essbiografie gibt Auskunft über individuelle Ess- und Trinkgewohnheiten sowie Speisevorlieben und -abneigungen eines Menschen. Denn vor dem Hintergrund der Zunahme ernährungsbedingter Erkrankungen wird es immer wichtiger, zu verstehen, welche Faktoren das Ernährungsverhalten beeinflussen und wie im Alltag eine bedarfs- und bedürfnisgerecht Ernährung insbesondere von Senioren sichergestellt werden kann.

Essenzielle Nährstoffe

Essenzielle Nährstoffe sind für den Körper lebensnotwendige Nährstoffe, die er selbst nicht oder nur sehr eingeschränkt herstellen kann und somit über die tägliche Nahrung zugeführt werden müssen.

Essprotokoll

Bei Verdacht auf eine Mangelernährung lässt sich mit Hilfe eines Ess- oder Ernährungsprotokoll die aktuelle Energie- und Nährstoffzufuhr überprüfen. Meist wird hierfür ein sogenanntes Tellerprotokoll genutzt. Hierbei wird bei jeder Mahlzeit die verzehrte Portion auf dem Teller (z.B. halber, dreiviertel oder ganzer Teller) erfasst. So erhält man Aufschluss darüber, ob Veränderungen der Essmenge vorliegen. Da die aufgenommene Nahrungsmenge an einzelnen Tagen sehr unterschiedlich sein kann, sollte solch ein Protokoll über mehrere Tage hinweg eingesetzt werden. 

Exsikkose

Die Folgen eines starken Flüssigkeitsmangels (Dehydration) nennt man Exsikkose. Ausgelöst durch einen gestörten Elektrolythaushalt trocknet der Körper hierbei aus. Eine starke Exsikkose erkennt man z.B. an konzentriertem Urin oder an stehenden Hautfalten am Handrücken, die sich erst nach einigen Sekunden wieder glätten.

Fadendurchzugsmethode

Als Fadendurchzugsmethode wird die klassische Methode der Platzierung einer PEG-Sonde bezeichnet. Hierbei wird zunächst ein Gastroskop in den Magen eingeführt und der Magen mit Luft befüllt, um bei verdunkeltem Raum mit einer Lichtquelle am Gastroskop die optimale Punktionsstelle zu finden. Nach lokaler Betäubung der Hautschichten erfolgt ein kleiner Schnitt in die Bauchwand und die Punktion mit einer Hohlnadel. Darüber wird ein Führungsfaden in den Magen eingeführt, der von innen mit einer Endoskopiezange gefasst und durch den Mund herausgeführt wird.

An dem Faden wird die Sonde fixiert. Nun wird von der Punktionsstelle aus der Führungsfaden zurückgezogen, bis die PEG-Sonde durch die Öffnung gezogen wird. Im Magen ist die Ernährungssonde durch eine Halteplatte vor dem Herausrutschen gesichert. Danach erfolgt noch die Platzierung der äußeren Halteplatte, der Ritsch-Ratsch-Klemme, des Sondenkonnektors sowie eines sterilen Verbands.

Fatigue

Fatigue oder Erschöpfungs-Syndrom ist eine belastende Form von Müdigkeit und Erschöpfung (körperlich, emotional und/oder geistig), die infolge von Krebs oder anderen chronischen Erkrankungen auftreten kann.

FEES

Die FEES, Flexibel Endoscopic Evaluation of Swallowing, ist eine Videoendoskopie zur Diagnostik einer Schluckstörung. Hierbei wird ein dünnes Endoskop über die Nase eingeführt, mit dessen Hilfe der Arzt den Schluckvorgang genau beobachten kann.

Feinnadel-Katheter-Jejunostomie (FKJ)

Die Feinnadel-Katheter-Jejunostomie (FKJ) beschreibt die intra-operative Platzierung einer Ernährungssonde am Dünndarm. Hierbei wird die Bauchdecke zunächst mit einer Splittkanüle einige Zentimeter vom Operationsschnitt entfernt punktiert und anschließend der Sondenschlauch von außen über die Dünndarmwand in den Dünndarm geleitet und mit einer speziellen Naht am Bauchfell fixiert. Auf der Haut erfolgt die Befestigung des Schlauches durch eine Halteplatte, die ebenfalls mit Nähten gesichert ist. 

Fett

Fette, auch Lipide genannt, zählen zu den Nährstoffen, aus denen unser Organismus hauptsächlich Energie gewinnt. Ein Zuviel an Energie, das über die Nahrung aufgenommen wurde, speichert der Körper in seinen Fettdepots. In der Nahrung kommen Fette meist als sogenannte Triglyceride vor, d.h. das Fettmolekül besteht aus Glycerin und drei verschiedenen Fettsäuren. Maßgeblich für die Eigenschaft der Fette sind hierbei die enthaltenen Fettsäuren. 

Flatulenz

Als Flatulenz (von lat. flatus, Wind, Blähung) bezeichnet man das rektale Entweichen von im Darm entstandenen Gasen (Blähungen). 

Flüssigkeitsrestriktion

Unter Flüssigkeitsrestriktion versteht man die medizinisch eingeschränkte Zufuhr von Flüssigkeiten, vor allem bei Erkrankungen, bei denen es vermehrt zu Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe (Ödemen) kommt. Mögliche Erkrankungen für eine eingeschränkte Zufuhr von Flüssigkeiten sind u.a. Herzinsuffizienz, Niereninsuffizienz, Lungenödem oder fortgeschrittene Leberzirrhose mit Aszites.

Free-flow

Bei einem Free-flow läuft Nahrung bei geöffneter Rollenklemme ungebremst und unkontrolliert durch das Überleitsystem. 

French (Fr)

French (Abkürzung Fr) oder auch Charrière (Abkürzung CH) ist in der Medizin ein Maß für den Außendurchmesser. Drei Charrière entsprechen genau einem Millimeter bzw. 1 CH = 0,33 mm. 

Fruktose

Fruktose oder Fruchtzucker ist ein Einfachzucker, der hauptsächlich in Obst, Honig und einigen Gemüsen vorkommt.

FSMP

FSMP steht für Foods for special medical purposes und kann mit Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke übersetzt werden. Siehe auch Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke.

Führungsdraht

Der Führungsdraht, auch genannt Mandrin, ist eine dünne und biegsame Einführhilfe für ein einfaches Legen einer Nasensonde.  

Gaster

Gaster ist die medizinische Bezeichnung für den Magen.

gastral

Gastral bedeutet "den Magen betreffend" bzw. "zum Magen gehörend".

Gastrektomie

Eine Gastrektomie ist eine vollständige Entfernung des Magens im Rahmen einer Operation, die z.B. bei Magenkrebs durchgeführt werden muss.

Gastrointestinaltrakt

Als Gastrointestinaltrakt bezeichnet man den Hauptteil des Verdauungsapparates, der von der Speiseröhre bis zum Anus reicht. Synonym: Magen-Darm-Trakt.

Gastroparese

Als Gastroparese bezeichnet man eine Magenlähmung, die mit einer Magenentleerungsstörung einhergeht.

Gastropexie

Unter einer Gastropexie versteht man die operative Befestigung des Magens durch Nähte an der Bauchwand.

Gastrostomie

Als Gastrostomie bezeichnet man die Schaffung einer künstlichen, chirurgischen Öffnung (Stoma = Mund) des Magens zur Bauchdecke für die Anlage einer Ernährungssonde.

Gastrostomiesonde

Eine Gastrostomiesonde ist eine Ernährungssonde, die über die Bauchdecke direkt in den Magen gelegt wird.

Gastrotube

Der Gastrotube ist eine Austauschsonde, die als Ersatz für eine PEG-Sonde eingesetzt werden kann, sobald das Magenstoma ausgeheilt ist. Dieser wird von außen in das bestehende Magenstoma geschoben und meist durch einen mit Flüssigkeit gefüllten Ballon im Inneren des Magens fixiert. Deshalb wird der Gastrotube auch als Ballonsonde bezeichnet.

Gebrechlichkeit

Als Gebrechlichkeit wird eine chronische, meist altersbedingte Verminderung der körperlichen und mentalen Leistungsfähigkeit bezeichnet. Synonym: Frailty-Syndrom (englisch frailty = Gebrechlichkeit).

Geriatrie

Geriatrie bezeichnet die Altersheilkunde.

Gluten

Gluten oder Klebereiweiß ist ein Sammelbegriff für ein Stoffgemisch aus Eiweißen, das im Samen einiger Arten von Getreide vorkommt.

glutenfrei

Glutenfreie Kost verzichtet auf alle Getreidesorten, die Gluten enthalten wie z.B. Weizen, Roggen, Gerste oder Dinkel. Glutenfreie Sonden- oder Trinknahrung enthält kein Gluten bzw. Klebereiweiß.

Granulation

Als Granulation wird in der Medizin die mit bloßem Auge sichtbare Bildung von jungem Bindegewebe im Rahmen der Wundheilung bezeichnet (lat. Granulum, Körnchen, Körnung).

Großhandel

Unter Großhandel versteht man Unternehmen, die Waren verschiedener Hersteller beschaffen und an gewerbliche Kunden weiterverkaufen.

Grundumsatz

Der Grundumsatz ist die Energiemenge, die zur Aufrechterhaltung der Vitalfunktionen des Körpers (z.B. Regulation der Körpertemperatur, Herzschlag, Atmung, Verdauung) in körperlicher und mentaler Ruhe benötigt wird. Der Grundumsatz stellt in der Regel den größten Teil des Energieverbrauchs dar. Der Begriff Grundumsatz wird häufig synonym mit dem Begriff des Ruheumsatzes verwendet (siehe auch Ruheumsatz)

Halteballon

Der Halteballon verhindert, dass eine Ernährungssonde, wie der Button oder Gastrotube, aus dem Magenstoma herausrutscht. Der mit Flüssigkeit gefüllte Ballon fixiert die Sonde an der Magenwand. Im Unterschied dazu wird die Fixierung bei anderen Magensonden, wie bei der PEG-Sonde, mit einer inneren Rückhaltescheibe erreicht.

Halteplatte

Die Halteplatte wird für die Fixierung einer Ernährungssonde sowohl im Inneren des Magens an der Bauchwand (innere Halteplatte) als auch auf der Bauchdecke (äußere Halteplatte) benötigt.

Harris-Benedict-Formel

Formel zur Berechnung des Grundumsatzes, in die die Körpermasse, die Körpergröße, das Alter und das Geschlecht als Einflussgrößen des Grundumsatzes eingehen. 

hochkalorisch

Als hochkalorisch wird ein Lebensmittel, wie auch Sonden- oder Trinknahrung, bezeichnet, das mehr als 1,2 kcal/g enthält.

hochmolekular

Bei hochmolekularen Trink- und Sondennahrungen liegen Kohlenhydrate, Eiweiß und Fett in ihrer ursprünglichen, intakten Form vor, ähnlich wie sie in der Ernährung zu finden sind. Zur Verdauung wird ein funktionierender Verdauungstrakt benötigt, der für die Verarbeitung und Aufnahme der Nährstoffe im Körper eine ausreichende Menge an Verdauungsenzymen produzieren kann. 

HomeCare

Unter HomeCare versteht man die Versorgung von Patienten mit medizinischen Hilfsmitteln, Verbandsmitteln sowie medizinischer Ernährung sowohl zu Hause als auch in Pflege- oder Altenheimen. HomeCare-Versorgung ist stets mit produkt- und patientenspezifischen Dienstleistungen verbunden und nicht zu verwechseln mit der Versorgung durch ambulante Pflegedienste.

Hypergranulation

Hypergranulation bezeichnet eine überschießende Produktion von Granulationsgewebe während der Wundheilung. Das Granulationsgewebe erscheint als bröckeliges, glänzendes, hell- bis kräftig rotes und weich aussehendes Gewebe, das vor allem bei chronischen Wunden und bei einem PEG-Stoma auftritt.

ICD-Code

Die Abkürzung ICD steht für International "Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems" und dient der amtlichen Klassifizierung für ärztliche Diagnosen in der ambulanten und stationären Versorgung. Mithilfe dieses Codes können weltweit Krankheiten und Gesundheitsprobleme einheitlich benannt werden.

IDDSI

Die International Dysphagie Diet Standardisation Initiative (IDDSI) bietet mit einer international einheitlichen Fachsprache einen standardisierten Stufenplan, um Lebensmitteltexturen und Flüssigkeitsstufen von Dysphagiekost (Lebensmittel für Menschen mit Schluckstörungen) zu definieren. Der Standard beschreibt die verschiedenen Stufen (Level) von Lebensmitteln (Level 3 - 7) und Getränken (Level 0 - 4). 

Idealgewicht

Das Idealgewicht folgt im Unterschied zum Normalgewicht in der Regel ästhetischen Vorgaben und rein persönlichen Zielen. Für viele Menschen liegt das Idealgewicht unter dem Normalgewicht und kann durchaus gesundheitsgefährdend sein. Umgekehrt fühlen sich einige Menschen mit Übergewicht wohl in ihrer Haut und halten ihr persönliches Idealgewicht. Das Idealgewicht ist also nicht zwingend dazu geeignet, das gesunde Gewicht zu definieren. (siehe auch Normalgewicht)

Ileus

Ileus ist die medizinische Bezeichnung für einen Darmverschluss. Unter einem Darmverschluss versteht man eine Störung des Weitertransports des Darminhaltes. Es kommt zu einer Unterbrechung der Nahrungspassage mit Anstau von Speisebrei. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von Tumoren oder Verwachsungen (mechanischer Ileus) bis hin zu Darmlähmungen durch Entzündungen oder Medikamente.

Immunonutrition

Immunonutrition bezeichnet medizinische Ernährungsprodukte, die durch ihre spezielle Nährstoffzusammensetzung das Immunsystem bei kritisch kranken Patienten therapeutisch beeinflussen sollen. 

Immunsystem

Das Immunsystem oder Abwehrsystem ist ein hochkomplexes Netzwerk aus verschiedenen Organen, Zellen und Molekülen, das in einem Lebewesen für die Abwehr potentiell schädlicher Moleküle, Zellen und Krankheitserreger zuständig ist.

Indikation

Als Indikation bezeichnet man in der Medizin den Grund für den Einsatz einer therapeutischen oder diagnostischen Maßnahme bzw. welche medizinische Maßnahme bei einem bestimmten Krankheitsbild angebracht ist.

Infektion

Als Infektion bezeichnet man den Eintritt von Mikroorganismen (Erreger wie z.B. Viren, Pilze oder Bakterien) in einen Organismus sowie ihre Ansiedlung und Vermehrung. Im weiteren Sinne werden auch Infektionskrankheiten (Krankheiten, die von Erregern ausgelöst werden) als "Infektionen" bezeichnet.

Inflammation

Inflammation ist der medizinische Fachbegriff für eine Entzündung. (siehe auch Entzündung)

intermittierend

Intermittierend bedeutet "wiederkehrend" oder "mit Unterbrechungen erfolgend bzw. auftretend". Der Gegenbegriff hierzu ist kontinuierlich. Bei dieser Applikationsmethode erfolgt die Verabreichung von Nahrung oder Flüssigkeit somit mehrere Male am Tag über kürzere Zeiträume. 

jejunal

Jejunal bedeutet "das Jejunum" betreffend oder "durch das Jejunum bedingt". (siehe auch Jejunum)

Jejunalsonde

Bezeichnet eine Ernährungssonde, deren Sondenspitze im Jejunum (mittlerer Abschnitt des Dünndarms) liegt. Die verabreichte Sondennahrung oder Flüssigkeit wird bei einer Jejunalsonde somit in den Dünndarm und nicht in den Magen abgegeben.

Jejunum

Mit Jejunum wird der mittlere, 2 - 2,5m lange Abschnitt des Dünndarms bezeichnet, der zwischen Duodenum (Zwölffingerdarm) und Ileum (Krummdarm) liegt. Die Hauptaufgabe des Jejunums ist die Verdauung und Aufnahme von Nährstoffen (Kohlenhydrate, Eiweiße, Fette, Vitamine, Mineralstoffe) und Wasser ins Blut.

JET-PEG

JET-PEG steht für "jejunal tube through PEG" und bedeutet, dass über eine bestehende PEG-Sonde (siehe PEG-Sonde) eine weitere Sonde (intestinaler Schenkel) in den Dünndarm (Jejunum) eingeführt wird. Über diesen intestinalen Schenkel wird der Patient mit Nahrung und Wasser versorgt. 

Kachexie

Mit Kachexie wird ein Krankheitssyndrom bezeichnet, das durch ungewollten Gewichtsverlust, Verlust von Muskelmasse, Müdigkeit, Schwäche und einem deutlichen Verlust an Appetit gekennzeichnet ist. Die Ursachen sind vielfältig und reichen z.B. von Tumorerkrankungen, AIDS, chronisch obstruktiven Lungenerkrankungen bis hin zur Tuberkulose.

katabol

Katabol bedeutet "den Abbau (von Nahrungsmitteln oder körpereigenen Substanzen bzw. Stoffen) betreffend". Der Katabolismus ist ein Teil des Stoffwechsels - der katabole Stoffwechsel. Beim Katabolismus werden chemisch komplexe Nahrungsstoffe wie Eiweiße, Fette oder Kohlenhydrate in einfachere Stoffe abgebaut,  die meist der Energiegewinnung dienen.

kcal

kcal steht für Kilokalorie und ist eine physikalische Maßeinheit für Energie, insbesondere der Wärmeenergie. Die Kalorie bzw. Kilokalorie beschreibt den physiologischen Brennwert eines Lebensmittels - so auch bei der Trink- und Sondennahrung. Der physiologische Brennwert eines Lebensmittels gibt die Energiedichte an, die während der Verstoffwechselung im Körper verfügbar gemacht werden kann.

Klinische Ernährung

Nach der Definition der deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin umfasst der Begriff „Klinische Ernährung“ alle Ernährungsmaßnahmen bei erkrankten Personen, die in medizinischer Betreuung stehen, sowie die wissenschaftliche Herleitung dieser Maßnahmen. So beinhaltet die Klinische Ernährung sowohl die künstliche Ernährung (enteral, parenteral und orale Nahrungssupplemente) sowie die Speisenanreicherung und die Normalkost / Krankenhauskost. 

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate machen den größten Bestandteil in der Nahrung aus und gehören zu den bedeutendsten Energieträgern. Sie bestehen aus Zuckermolekülen und werden je nach Anzahl der Zuckerbausteine als Einfachzucker (Monosaccharide - z.B. Trauben- oder Fruchtzucker), Zweifachzucker (Disaccharide - z.B. Haushaltszucker, Malz- oder Milchzucker) oder Mehrfachzucker (Polysaccharide - z.B. Stärke in Getreide, Vollkornprodukten, Kartoffeln oder Hülsenfrüchten) bezeichnet.

Konnektor

Ein Konnektor ist ein Ansatzstück an der Ernährungssonde, an das man eine ENFit Spritze oder ein Überleitgerät zur Gabe von Sondennahrung anschließen kann.

konsistenzadaptiert, Konsistenzadaption

Konsistenzadaption ist die Anpassung der Textur und Konsistenz von Speisen und Getränken, damit sie von Patienten mit einer Schluckstörung sicher geschluckt werden können. 

Konsistenzstufen

Textur und Konsistenz von Speisen und Getränken sollten bei einer Schluckstörung an die individuelle Schluckfähigkeit eines Patienten angepasst werden. Auch wenn es keine einheitlichen Bezeichnungen gibt, unterscheidet man bei Speisen und Getränken zwischen unterschiedlichen Konsistenzstufen. So wird bei Speisen zwischen „breiiger“ und „weicher“ Kost und bei Getränken zwischen „sirup-", „honig-„ und „puddingartigen“ Konsistenzen unterschieden. Mit dem Ziel, mehr Sicherheit bei der Zubereitung von Speisen und Getränken für Betroffene mit Kau- und Schluckstörungen zu erlangen, soll der sogenannte IDDSI-Standard zukünftig für eine einheitliche Definition der Konsistenzstufen sorgen. (siehe auch IDDSI)

Kontraindikation

Unter einer Kontraindikation (Gegenanzeige) versteht man einen Umstand (z.B. Alter, bestimmte Vorerkrankungen, Verletzungen, Schwangerschaft, usw.), der gegen eine diagnostische oder therapeutische Maßnahme (z.B. die Verabreichung eines Medikaments) spricht. 

Kostaufbau

Kurz nach der Platzierung einer Ernährungssonde, wie z.B. eimer PEG-Sonde, wird zunächts langsam und mit geringen Mengen mit der Verabreichung von Sondenkost begonnen, damit sich der Körper an die neue Art der Nährstoffzufuhr gewöhnen kann. Diese Phase bezeichnet man als Kostaufbau-Phase oder Einschleichphase. 

Künstliche Ernährung

Als künstliche Ernährung wird im ambulanten Bereich die parenterale Ernährung über die Vene, die enterale Ernährung über eine Ernährungssonde sowie die Ernährung mit Hilfe von Trinknahrung beschrieben. 

Kurzdarmsyndrom

Unter dem Kurzdarmsyndrom (short bowel syndrome) versteht man ein Krankheitsbild, das durch eine operative Entfernung (Resektion) eines Dünndarmteils entsteht. Das Ausmaß der Erkrankung ist abhängig von der verbliebenen Darmlänge und davon, welche Darmanteile entfernt wurden. Patienten mit Kurzdarmsyndrom leiden häufig unter starken Durchfällen, Fettstühlen sowie einer Mangelversorgung mit Wasser und wichtigen Nährstoffen. Das Risiko der Entwicklung einer Mangelernährung ist bei diesem Krankheitsbild stark erhöht. 

Lagekontrolle der Sonde

Mit Hilfe der Lagekontrolle wird die korrekte Platzierung einer Ernährungssonde im Magen überprüft. Hierzu eignet sich die Auskultation mittels Stethoskop sowie die Messung des pH-Werts von Magensekret.

Laktose

Laktose (Milchzucker) ist ein Zucker, der in Milch vorkommt.

Laktoseintoleranz

Laktoseintoleranz bezeichnet eine Unverträglichkeit gegen Milchzucker. Menschen mit einer Laktoseintoleranz vertragen Milch und Milchprodukte nicht oder nur schlecht, da ihnen ein bestimmtes Enzym fehlt. Dadurch kann Milchzucker nicht oder nur schlecht aufgenommen werden. Laktoseintoleranz macht sich häufig durch Blähungen, Bauchkrämpfe und Durchfall nach dem Verzehr von Laktose bemerkbar. 

Laxantien

Laxantien sind Abführmittel zur Darmentleerung.

Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke

Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke, auch bilanzierte Diäten genannt, sind Lebensmittel, die nach einer exakt definierten Zusammensetzung hergestellt werden. Diese kommen zum Einsatz, wenn Menschen sich mit normalen Lebensmitteln nicht ausreichend ernähren können. Trink- und Sondennahrungen zählen zu den sogenannten Lebensmitteln für besondere medizinische Zwecke. Sie können zur vollständigen oder ergänzenden Ernährung eingesetzt werden. Daher bezeichnet man sie auch als vollbilanzierte (siehe auch vollbilanziert) oder teilbilanzierte (siehe auch teilbilanziert) Diäten

Leckage

Unter einer Leckage versteht man bei der enteralen Ernährung das Auslaufen von Sondennahrung oder Flüssigkeiten aus der Ernährungssonde, z.B. aufgrund von Undichtigkeiten am Sondenkonnektor. 

Leistungsumsatz

Neben der Energie, die der Körper in Ruhe verbraucht, wird Energie für körperliche und geistige Aktivität in Beruf und Freizeit oder für schwere, kräftezehrende Erkrankungen benötigt. Dieser Energiebedarf wird Leistungsumsatz genannt. Je nachdem, ob die körperliche Aktivität oder die Belastung durch eine Erkrankung im Vordergrund steht, wird für die Ermittlung des Leistungsumsatzes der Aktivitätsfaktor (physical activitiy level = PAL) oder der Stressfaktor herangezogen. 

Leitlinien

Leitlinien geben auf Basis des aktuellen Stands der Wissenschaft Empfehlungen, wie eine Erkrankung diagnostiziert und behandelt werden sollte. Sie richten sich an Ärzte und medizinisches Fachpersonal im Gesundheitswesen. 

Lipide

Lipide, auch Fette genannt, zählen zu den Nährstoffen, aus denen unser Organismus hauptsächlich Energie gewinnt. Ein Zuviel an Energie, das über die Nahrung aufgenommen wurde, speichert der Körper in seinen Fettdepots. In der Nahrung kommen Fette meist als sogenannte Triglyceride vor, d.h. das Fettmolekül besteht aus Glycerin und drei verschiedenen Fettsäuren. Maßgeblich für die Eigenschaft der Fette sind hierbei die enthaltenen Fettsäuren. 

Luer-Lock

Luer-Lock ist eine technisch genormte Verbindung für Spritzen und Infusionsbesteck unterschiedlicher Hersteller im medizinischen Bereich.

Magen

Der Magen ist ein muskuläres Hohlorgan und befindet sich im oberen, linken Bauchbereich des menschlichen Körpers. Er gehört zum Verdauungstrakt und erfüllt wichtige Aufgaben: Vermengen des Nahrungsbreis mit Magensaft zur Abtötung von Keimen und Spaltung von Eiweißen, Schlichten und Speichern, Temperieren des Nahrungsbreis, langsame Abgabe des Nahrungsbreis an den Zwölffingerdarm.

Makronährstoffe

Makronährstoffe (griechisch makros, groß) sind Nährstoffe, die dem Körper Energie liefern und die der Körper in relativ großen Mengen benötigt, Hierzu zählen Kohlenhydrate, Proteine und Fette. Auch Wasser und Ballaststoffe zählen zu dieser Nährstoffgruppe. 

Malabsorption

Malabsorption oder Malresorption (lat. "schlechte Aufnahme") bezeichnet eine mangelhafte Nährstoffaufnahme über die Darmwand in die Lymph- oder Blutbahn aus dem bereits vorverdauten Speisebrei im Dünndarm. Dies kann z.B. bei chronischen Magenschleimhautentzündungen, bei Zöliakie sowie nach Entfernung des Magens (Magenresektion) oder Teilen des Dünndarms (Kurzdarmsyndrom) auftreten.

Malassimilation

Unter Malassimilation wird eine verminderte Nährstoffausnutzung aufgrund unterschiedlichster Störungen im Verdauungstrakt bezeichnet. Es ist der Oberbegriff für die Maldigestion (Störung des Verdauungsprozesses im Darm) und die Malabsorption (Störung der Resorption von Nahrungsstoffen durch die Darmschleimhaut). 

Maldigestion

Unter Maldigestion (lat. "schlechte Verdauung") versteht man eine Störung, bei der die Nahrung im Verdauungstrakt nicht mehr oder nur unzureichend in ihre resorbierbaren Bestandteile aufgespalten werden kann. Die Ursachen können z.B. im Bereich des Magens (z.B. Magenresektion), der Bauchspeicheldrüse (exokrine Pankreasinsuffizienz), der Leber bzw. der Gallenwege liegen.

Malnutrition

Malnutrition wird als Synonym für Mangelernährung verwendet. (siehe auch Mangelernährung)

Mandrin

Ein Mandrin, auch genannt Führungsdraht, ist eine dünne und biegsame Einführhilfe für ein einfaches Legen einer Nasensonde.  

Mangelernährung

Die Bezeichnung Mangelernährung stellt eine Art Oberbegriff dar und ist definiert als ein Zustand des Mangels an Energie, Eiweiß und / oder anderen Nährstoffen, wie z.B. Vitaminen. Dieser Mangelzustand tritt auf, wenn ein anhaltendes Ungleichgewicht zwischen der Nährstoffzufuhr und dem Nährstoffbedarf besteht. 

MCT

MCT steht für "medium-chain triglycerides" und sind Fette mit Fettsäuren mittlerer Kettenlänge. MCT-Fette sind in natürlicher Form nur in Butter, Palm- und Kokosöl enthalten. MCT-Fette sind leicht verdaulich und deshalb für Menschen mit Darmerkrankungen, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse und Galle sowie Fettabsorptionsstörungen besser verträglich. Auch in Trink-und Sondennahrungen werden MTC-Fette daher gezielt eingesetzt.

MDK

MDK ist die Abkürzung für Medizinischer Dienst der Krankenversicherung. Der MDK unterstützt und berät die Kranken- und Pflegekassen in medizinischen und pflegerischen Fragen.

MDR, Medical Device Regulation

Die MDR (Medical Device Regulation) ist die Verordnung für Medizinprodukte. Hersteller von Medizinprodukten müssen sicherstellen, dass sie alle regulatorischen Anforderungen erfüllen, bevor sie ein Produkt auf den Markt bringen können. Für die EU sind diese Anforderungen in der Verordnung für Medizinprodukte (kurz MDR) geregelt.

MDS

MDS steht für Medizinischer Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. Seit dem 01.01.2022 wurde der Medizinische Dienst Bund (MD Bund) als Rechtsnachfolger des MDS errichtet. Der Medizinische Dienst Bund ist eine medizinische und pflegefachliche Expertenorganisation. Er vertritt die Interessen seiner Mitglieder - der 15 Medizinischen Dienste in den Ländern - auf der Bundesebene gegenüber Politik, Verbänden und Öffentlichkeit.

Metabolismus

Metabolismus ist der medizinische Fachbegriff für Stoffwechsel. (siehe auch Stoffwechsel)

Mikronährstoffe

Mikronährstoffe (griechisch mikros, klein) sind Nährstoffe, die der Organismus in deutlich geringeren Mengen benötigt als Makronährstoffe. Sie liefern keine Energie, haben jedoch große Wirkung auf unsere Gesundheit, denn sie sind an vielen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente gehören zu dieser Gruppe.

Milcheiweißallergie

Milcheiweißallergie ist eine klassische Nahrungsmittelallergie, bei der Betroffene allergisch (Überreaktion des Immunsystems) auf Eiweiße reagieren, die in der Kuhmilch enthalten sind. Die Milcheiweißallergie unterscheidet sich von der Laktoseintoleranz. Bei einer Laktoseintoleranz handelt es sich nicht um eine allergische Reaktion des Immunsystems, sondern um die mangelnde Fähigkeit, Laktose (Milchzucker) im Darm aufzuspalten. (siehe auch Laktoseintoleranz)

Mineralstoffe

Mineralstoffe sind Mikronährstoffe, die unter anderem eine große Rolle im Elektrolyt- und Wasserhaushalt spielen und für das Immunsystem sowie für den Aufbau und die Funktion von Knochen, Muskeln und Zähnen unverzichtbar sind. Mineralstoffe sind anorganische Nahrungsbestandteile, die in pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln vorkommen. Da der Organismus diese in unterschiedlichen Mengen benötigt, werden sie in Mengen- bzw. Spurenelemente eingeteilt. In größeren Mengen werden Natrium, Chlorid, Kalium, Calcium, Phosphor und Magnesium benötigt. Einen besonders geringen Anteil an der Körpermasse haben die Spurenelemente Eisen, Jod, Fluorid, Zink, Selen, Kupfer, Mangan, Chrom und Molybdän.

MNA

MNA ist die Abkürzung für Mini Nutritional Assessment. Das MNA ist ein für ältere Menschen entwickeltes Screening-Instrument, um das Risiko einer Mangelernährung bzw. eine bestehende Mangelernährung aufzudecken.

Mobilisation Sonde

Um ein Einwachsen der inneren Halteplatte einer PEG-Sonde in die Magenwand zu verhindern, muss diese regelmäßig (mind. einmal wöchentlich) mobilisiert werden. Hierzu muss die Sonde 3-4 cm auf und ab bewegt und um mindestens 180° gedreht werden. Bitte beachten Sie, dass jejunale Sonden sowie die Freka JET-PEG niemals gedreht werden dürfen, sondern nur auf und ab bewegt werden, da sich die Lage der Sonde sonst verändern bzw. es zur Schlingenbildung kommen kann.

Morbidität

Morbidität ist eine statistische Größe, mit der man die Häufigkeit von Erkrankungsfällen in einer bestimmten Bevölkerungsgruppe in einem definierten Zeitraum misst. Morbidität wird durch bestimmte Kennziffern beschrieben, wie der Inzidenz (Rate der Neuerkrankungen innerhalb einer gegebenen Zeitperiode) und der Prävalenz (Anteil der bereits Erkrankten). Anhand der Morbiditätsrate kann die Erkrankungswahrscheinlichkeit geschätzt werden.

Morbus Chron

Der Morbus Crohn ist eine chronisch entzündliche Darmerkrankung, die meist in Schüben verläuft. Die Erkrankung kann im Mund, in der Speiseröhre, im Magen und im Darm auftreten. Meist sind aber der letzte Abschnitt des Dünndarms und der Anfang des Dickdarms betroffen. Die Entzündung verursacht heftige Bauchkrämpfe, Durchfall und Erbrechen - und das oft wochenlang. 

Mortalität

Mortalität ist der Fachbegriff für die Sterblichkeit. Sie gibt die Anzahl der Todesfälle bezogen auf die Gesamtanzahl der Individuen an in einem bestimmten Zeitraum.  

Mukositis

Mukositis ist der medizinische Fachbegriff für eine Entzündung der Schleimhaut (Mukosa). Sie tritt oftmals im Rahmen von Chemo- und Strahlentherapie auf. Je nach Art der Krebsbehandlung können neben den Schleimhäuten im Mund und Rachen auch die Schleimhäute im gesamten Magen-Darm-Trakt betroffen sein.

MUST

MUST ist die Abkürzung für Malnutrition Universal Screening Tool. Das MUST ist ein Screening-Instrument, das für den ambulanten Bereich entwickelt wurde, um das Risiko einer Mangelernährung zu identifizieren. 

Nährstoffdichte

Unter Nährstoffdichte versteht man das Verhältnis der enthaltenden Nährstoffe in einem Lebensmittel in Bezug auf dessen Energiegehalt. Ein Lebensmittel gilt als qualitativ besonders hochwertig, wenn der Nährstoffgehalt in Bezug auf die Kalorienmenge besonders hoch ist.

Nährstoffe

Nährstoffe sind die wesentlichen Inhaltsstoffe unserer Nahrung. Sie dienen dem Aufbau und der Erhaltung von Körpersubstanz, sind Energielieferanten und sorgen für die Aufrechterhaltung der Körperfunktionen. Sie sind somit unabdingbar und müssen mit der täglichen Nahrung in ausgewogenen Mengen aufgenommen werden. Unterteilt werden sie in Makronährstoffe (siehe auch Makronährstoffe) und Mikronährstoffe (siehe auch Mikronährstoffe).

Nährstoffmangel

Als Nährstoffmangel bezeichnet man die chronische Unterversorgung des Körpers mit Nährstoffen. Dies bedeutet, dass der Körper nicht in ausreichendem Maß mit wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und reichen von Armut und Hungersnot über schlechte Ernährungsgewohnheiten bis hin zu Stoffwechsel- oder Darmerkrankungen.

Nährstoffrelation

Nach den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollten energieliefernde Makronährstoffe, wie Fett, Eiweiß und Kohlenhydrate, in einem bestimmten Verhältnis mit der Nahrung zugeführt werden. Die Nährstoffrelation verweist auf den Anteil von Kohlenhydraten, Fetten und Eiweiß an der Gesamtenergiezufuhr in unserer Ernährung. Bei einer ausgewogenen, gesunden Ernährung liegt der Anteil der Kohlenhydrate bei > 50 Energieprozent (En%), der Fette bei 30 - 35 En% und der Eiweiße bei 15 - 20 En%. (siehe auch En%)

Nahrungsaufbau

Ein Nahrungs- oder Kostaufbau wird nach einer Phase der Nahrungskarenz (à siehe auch Nahrungskarenz) nötig und beschreibt eine stufenweise Erweiterung der Nährstoffzufuhr und Lebensmittelauswahl. Durch die allmähliche Steigerung der Nahrungsaufnahme soll die Funktionsfähigkeit des Magen-Darm-Traktes langsam an eine normale Nahrungszufuhr gewöhnt werden. Auch bei der Ernährung über eine Sonde ist ein Nahrungs- oder Kostaufbau notwendig, damit sich der Körper an die neue Form der Ernährung gewöhnen kann. (siehe auch Einschleichphase) 

Nahrungskarenz

Als Nahrungskarenz bezeichnet man den vollständigen oder teilweisen Verzicht auf die Aufnahme von Nahrung aus therapeutischen oder diagnostischen Gründen.

niedermolekular

Bei niedermolekularen Trink- und Sondennahrungen sind lebenswichtige Nährstoffe, wie z.B. Eiweiß und Fette, bereits aufgespalten, so dass sie vom Körper leichter verwertet werden können. So enthalten die Nahrungen z.B. Eiweiß (Protein) bereits aufgespalten in Bruchstücken, genannt Oligopeptide, und Fette mit Fettsäuren mittlerer Kettenlänge (MCT-Fette). Sie  eigenen sich besonders gut bei eingeschränkter Verdauungs- und Resorptionsleistung, wie z.B. bei Kurzdarmsyndrom oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. (siehe auch Oligopeptiddiät)

Niereninsuffizienz

Von einer Niereninsuffizienz (Nierenschwäche, Nierenversagen) spricht man, wenn die Nieren nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr arbeiten. Die Niere verliert dabei ihre Funktion, Abbaustoffe auszuscheiden, die beim Stoffwechsel entstehen und mit dem Harn ausgeschieden werden müssen. Diese sogenannten harnpflichtigen Stoffe sind zum Beispiel Kreatinin, das beim Muskelstoffwechsel entsteht, Harnstoff und Harnsäure. Funktioniert bei einer Niereninsuffizienz die Ausscheidung dieser Substanzen nicht mehr richtig, steigt die Konzentration dieser Stoffe im Blut an. Unbehandelt führt das auf Dauer zu einer Vergiftung des Körpers. Die häufigsten Ursachen für eine chronische Niereninsuffizienz sind Diabetes, Bluthochdruck - etwa als Folge von Übergewicht (Adipositas) -, Entzündungen der Niere und Schädigungen durch Medikamente.

Normalgewicht

Das Normalgewicht beschreibt den Gewichtsbereich, der als medizinisch gesund gilt. Der Body-Mass-Index (BMI) ist dabei ein guter Richtwert, um das eigene Gewicht richtig einzuordnen in Unter-, Normal- oder Übergewicht. (siehe auch Body-Mass-Index)

normokalorisch

Als normokalorisch wird ein Lebensmittel bezeichnet, das 1,0 kcal/g enthält. Dies gilt auch für Sonden- oder Trinknahrung.  

NRS-2002

NRS-2002 ist die Abkürzung für Nutritional Risk Screening 2002. Das NRS ist ein Screening-Instrument, das für den akutmedizinischen Bereich in der Klinik entwickelt wurde, um ein Ernährungsrisiko aufzudecken. Es besteht aus einem Vorscreening und einem Hauptscreening. 

Obstipation

Obstipation ist der medizinische Fachbegriff für eine Verstopfung. Von Obstipation spricht man, wenn ein Mensch weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang hat. Betroffene leiden hierbei oft unter Blähungen und Bauchschmerzen und die Stuhlentleerung ist erschwert. Die Ursachen einer Obstipation sind vielfältig, wie z.B. eine ballaststoffarme Ernährung, mangelnde Bewegung oder auch eine Erkrankung. Durch eine ballaststoffhaltige Ernährung sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann eine Obstipation vermieden werden. Auch Trink- und Sondennahrungen sind mit Ballaststoffen erhältlich und eignen sich für Patienten mit Obstipation. 

Oligopeptiddiät

Oligopeptiddiäten sind niedermolekulare Trink- und Sondennahrungen, die sogenannte Oligopeptide enthalten, d.h. Eiweiß, das bereits in kleine Bruchstücke zerlegt ist. Dadurch eignen sich die Nahrungen besonders gut bei Störungen oder Einschränkungen der Verdauungs- und Resorptionsleistung. (siehe auch niedermolekular)

Omega-3-Fettsäuren

Omega-3-Fettsäuren sind eine spezielle Gruppe innerhalb der ungesättigten Fettsäuren. Sie sind für den menschlichen Stoffwechsel essentiell und müssen über die Nahrung aufgenommen werden. Sie stärken die Immunabwehr, bringen Entzündungsvorgänge zum Abklingen, sind Bausteine der Zellmembranen und wichtig für die Produktion verschiedener Gewebshormone. Insbesondere Fettfische wie Hering, Lachs, Makrele und Heilbutt, aber auch Leinsamen, Walnüsse, Hanf und bestimmte Öle (wie Rapsöl) haben einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren. 

Oral

Oral bedeutet die Aufnahme von Nahrung und Flüssigkeiten über den Mund.

Osmolalität

Die Osmolalität gibt die Teilchenanzahl osmotisch aktiver Substanzen (z.B. Salz, Glukose oder Eiweiße) pro Kilogramm Lösungsmittel an (mOsmol/kg). 

Osmolarität

Die Osmolarität gibt die Teilchenanzahl osmotisch aktiver Substanzen (z.B. Salz, Glukose oder Eiweiß) pro Liter Lösungsmittel an (mOsmol/l). Es handelt sich also um eine Stoffmengenkonzentration. Die Osmolarität ist eine wichtige Größe bei der Anwendung von Sonden- und Trinknahrung. Für eine gute Verträglichkeit und zur Vermeidung von Durchfällen sollte die Osmolarität von Trink- und Sondennahrung ähnlich sein, wie die von Körperflüssigkeiten (280-320 mOsmol/l).

Ösophagus

Ösophagus ist die medizinische Bezeichnung für die Speiseröhre. Der Ösophagus ist ein muskulärer Schlauch, der dem Transport von Nahrung und Flüssigkeiten vom Mund in den Magen dient.

Oxidativer Stress

Unter oxidativem Stress versteht man eine Stoffwechsellage, bei der durch Oxidation Schäden an den Zellen oder deren Funktionen entstehen. Dieser wird durch einen zu hohen Anteil freier Radikale im menschlichen Körper ausgelöst. Freie Radikale sind besonders reaktionsfreudige Sauerstoffverbindungen in unseren Zellen und erfüllen eine Vielzahl von wichtigen Funktionen. So setzt z.B. das Immunsystem freie Radikale ein, um unkontrolliert wachsende Zellen abzutöten oder Krankheitserreger zu zerstören. Oxidativer Stress mit einem Überangebot an freien Radikalen entsteht durch Belastungen, die durch Krankheiten (z.B. Entzündungen oder Verletzungen), Verhaltensweisen (z.B. Alkoholmissbrauch) oder durch Umwelteinflüsse (z.B. Luftverschmutzung, UV-Strahlung) verursacht werden. 

palliativ, Palliativmedizin

Sind die medizinischen Möglichkeiten zur Heilung einer Krankheit ausgeschöpft und die Lebenserwartung nur noch begrenzt, beginnt die Palliativmedizin. Sie hat das Ziel, die Beschwerden, wie z.B. Schmerzen, Angst oder Atemnot, von schwerstkranken Menschen und Sterbenden zu lindern und höchstmögliche Lebensqualität zu verschaffen.  Die Palliativmedizin behandelt nicht  die Krankheit selbst. 

Pankreas

Pankreas ist der medizinische Fachbegriff für die Bauchspeicheldrüse. Der Pankreas ist eine der größten Drüsen im menschlichen Organismus, die Verdauungsenzyme produziert sowie Hormone, die den Blutzuckerspiegel regulieren, wie z.B. Glukagon und Insulin. 

parenteral

Bei der parenteralen Ernährung gelangen alle wichtigen Nährstoffe sowie Flüssigkeit in Form von Infusionen über die Vene direkt ins Blut. Je nach Art und Dauer der parenteralen Ernährung wird ein peripherer Zugang, z.B. am Handrücken, oder ein zentraler Zugang (Port) angelegt. Anders als bei der enteralen Ernährung wird der Magen-Darm-Trakt bei der parenteralen Ernährung somit vollständig umgangen.

Parese

Werden Nerven, z.B. durch einen Schlaganfall, geschädigt, kann die Kommunikation zwischen Muskulatur, Gehirn und Nerven eingeschränkt sein. Die Folge sind Störungen der Empfindung und Bewegung von bestimmten Körperteilen. Muskeln oder Nerven sind hierbei nur teilweise oder stark eingeschränkt funktionsfähig. Dies bezeichnet man als Parese (Teilausfall bzw. unvollständige Lähmung). Ist ein Skelettmuskel vollständig gelähmt, spricht man von einer Plegie.

Patientenverfügung

Eine Patientenverfügung ist eine schriftliche Willenserklärung, mit der eine Person im Fall ihrer Entscheidungsunfähigkeit ihren Willen in medizinischen Angelegenheiten gegenüber Ärzten, Pflegekräften oder Einrichtungsträgern erklären kann. In der Patientenverfügung wird genau festgelegt, in welchen Situationen welche medizinische Maßnahmen durchzuführen oder zu unterlassen sind. Auf diese Weise kann der Wille der betroffenen Person umgesetzt werden, auch wenn er in der entsprechenden Situation nicht mehr geäußert werden kann.

PEG/J oder JET-PEG

PEG/J oder JET-PEG steht für "jejunal tube through PEG" und bedeutet, dass über eine bestehende PEG-Sonde (siehe auch PEG-Sonde) eine weitere Sonde (intestinaler Schenkel) in den Dünndarm (Jejunum) eingeführt wird. Diese zweilumige Sonde besitzt dadurch einen Schenkel im Magen und einen im Dünndarm. Über diesen intestinalen Schenkel wird der Patient mit Sondennahrung versorgt. Über den gastralen Schenkel kann der Magen entlastet und Medikamente verabreicht werden.

PEG, PEG-Sonde

PEG steht für perkutane endoskopische Gastrostomie (perkutan = durch die Haut, gaster = Magen, stoma = Mund). Die PEG-Sonde ist eine Magensonde, die während einer Magenspiegelung von außen durch die Bauchdecke (perkutan) in den Magen (gaster) gelegt wird. Über diesen dauerhaften Zugang zum Magen wird der Körper - anstelle von normaler Kost über den Mund - mit flüssiger Nahrung (Sondennahrung) mit Energie und allen notwendigen Nährstoffen versorgt. 

PEJ

PEJ steht für perkutane endoskopische Jejunostomie. Hierbei wird endoskopisch ein künstlicher Zugang von außen durch die Bauchdecke in den Dünndarm geschaffen.

PEMU

PEMU steht für Pflegerische Erfassung von Mangelernährung und deren Ursachen. Der PEMU ist ein Screening-Instrument, das für die stationäre Langzeitpflege entwickelt wurde, um das Risiko einer Mangelernährung und deren Ursachen aufzudecken. Es besteht aus einem Screening und einem Assessment. Im ersten Abschnitt (Screening) wird ermittelt, ob ein Ernährungsproblem vorliegt. Im zweiten Abschnitt (Assessment) werden die Ursachen für das Ernährungsproblem identifiziert. 

Peritonitis

Eine Peritonitis ist eine Entzündung des Bauchfells (Peritoneum).

perkutan

Perkutan bedeutet durch die Haut (von lat. per = durch und cutis = Haut). 

Pharynx

Pharynx ist der medizinische Begriff für den Rachen. 

pH-Wert

Der pH-Wert gibt an, ob eine wässrige Lösung sauer oder basisch ist. Der pH-Wert des Magens ist sauer und besitzt einen pH-Wert < 5,5.  Mit Hilfe des pH-Wertes kann die korrekte Lage einer Ernährungssonde im Magen überprüft werden (siehe auch Lagekontrolle)

physiologisch

Der Ausdruck physiologisch bedeutet im übertragenen Sinn "natürlich", "gesund" oder "den normalen Vorgängen im Körper entsprechend". Der Arzt verwendet diesen Begriff häufig, um zu beschreiben, dass etwas nicht krankhaft ist.

Plegie

Plegie oder Paralyse beschreibt eine vollständige Lähmung eines oder mehrere Skelettmuskeln. Ursache ist meist eine Verletzung der Wirbelsäule oder des Gehirns. 

Polyurethan

Polyurethan ist ein weicher Kunststoff, der häufig für die Herstellung von Ernährungssonden für einen kurz- bis mittelfristigen Einsatz von bis zu 6 Wochen eingesetzt wird.

Prävalenz

Prävalenz ist eine statistische Größe und bezeichnet in der Medizin eine Kennzahl, wie z.B. die der Krankheitshäufigkeit. So kann mit der Prävalenz verdeutlicht werden, wie viele Menschen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe (Population) zu einem bestimmten Zeitpunkt an einer bestimmten Krankheit leiden oder einen Risikofaktor aufweisen.   

Proteine

Proteine, auch Eiweiße genannt,  sind eine der wichtigsten Baustoffe für unseren Organismus. Sie stecken in Muskelfasern, Enzymen, Hormonen, im Blut und im Immunsystem. Sämtliche Organe - selbst die Haare - werden daraus gebildet. Proteine bestehen aus Aminosäuren. Da unser Körper keinen Proteinspeicher besitzt, müssen unsere Körperzellen über die Nahrung regelmäßig mit dem Nährstoff versorgt werden. 

proteinreich

Lebensmittel, die einen hohen Anteil an Protein (Eiweiß) enthalten, werden oft als proteinreich bezeichnet. Ob ein Lebensmittel als proteinreich oder eiweißreich bezeichnet werden darf, ist in der EU-Health-Claims-Verordnung geregelt. Demnach darf ein entsprechender Hinweis auf einem Produkt nur dann aufgedruckt werden, wenn mindestens 20 Prozent der Kalorien auf den Eiweißanteil entfallen. So dürfen auch alle Trink- und Sondennahrungen als eiweißreich bezeichnet werden, wenn sie mindestens 20 Energieprozent (EN%) Eiweiß aufweisen (siehe auch EN%).

Pull-Technik

Als Pull-Technik wird die klassische Fadendurchzugsmethode zur Anlage einer PEG-Sonde bezeichnet (siehe auch Fadendurchzugsmethode).

Push-Technik

Die Push-Technik beschreibt die Anlage einer perkutanen Ernährungssonde mittels Direktpunktionsverfahren. Zunächst wird hierzu der Magen mit Nähten an der Bauchwand fixiert (Gastropexie). Anders als bei der Fadendurchzugsmethode (siehe auch Fadendurchzugsmethode), wird anschließend unter endoskopischer Sicht eine Hohlnadel von außen durch die Haut in den Magen eingeführt, durch die die Ernährungssonde geschoben wird. Die Sonde wird durch einen aufblasbaren Ballon im Inneren des Magens fixiert. Dieses Verfahren wird gewählt, wenn die Fadendurchzugsmethode aufgrund von Engstellen, z.B. in der Speiseröhre, nicht geeignet ist bzw. eine Verschleppung von Tumorzellen, z.B. bei Tumoren im HNO-Bereich, vermieden werden soll.

Pylorus

Der Pylorus, auch Magenpförtner genannt, ist ein ringförmiger Schließmuskel am Magenausgang zum Dünndarm. Er grenzt das saure Magenmilieu gegen den Dünndarm ab und hat die Aufgabe, den Transport des Nahrungsbreis vom Magen in den Dünndarm zu regulieren.

Refeeding-Syndrom

Unter dem Refeeding-Syndrom versteht man eine schwere Stoffwechselentgleisung mit Störung des Wasser- und Elektrolythaushaltes sowie Störungen des Glukosestoffwechsels, die man nach dem Beginn der Ernährungstherapie bei schwer mangelernährten Menschen beobachten kann. Diese Stoffwechselentgleisung kann zu Störungen z.B. in der Atmung und Herztätigkeit bis hin zum Multiorganversagen und Tod führen.

Referenzwerte

Die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr benennen Mengen für die Zufuhr von Energie und Nährstoffen, Wasser und Alkohol. Auf Grundlage wissenschaftlicher Daten werden sie erhoben und von den Fachgesellschaften für Ernährung veröffentlicht. Die Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr sind eine unverzichtbare Grundlage für die Ableitung von Empfehlungen für eine vollwertige Ernährung. Sie finden Einsatz bei der Beurteilung der Nährstoffzufuhr und der Planung einer gesunden, vollwertigen Ernährung.

Reflux

Schließt der Schließmuskel den Magen nicht ausreichend ab, kann Magensäure bzw. Speisebrei zurück in die Speiseröhre fließen. Dies bezeichnet man als Reflux. Bei andauerndem Reflux kann die Säure eine Reihe von unterschiedlichen Beschwerden verursachen, wie z.B. Entzündungen der Schleimhaut in der Speiseröhre.

Rekonvaleszenz

Rekonvaleszenz ist der medizinische Fachbegriff für die schrittweise Genesung bzw. Wiederherstellung der Gesundheit nach einer Erkrankung.

rektal

Rektal bedeutet "den Mastdarm betreffend" (lat. rectum = Mastdarm). Der Mastdarm ist der letzte Abschnitt des Dickdarms. 

Residualvolumen (gastral)

Das gastrale Residualvolumen bezeichnet die Restflüssigkeit im Magen, die nach einer definierten Zeit nach der Nahrungszufuhr (üblicherweise 4-8 Stunden nach enteraler Nahrungszufuhr) vorhanden ist. Die Messung des Residualvolumens im Magen wird bei Patienten durchgeführt, die über eine Nasensonde ernährt werden. Sie hat das Ziel, die Applikationsmenge / -geschwindigkeit der enteralen Ernährung zu steuern. Zur Bestimmung des gastralen Residualvolumens stehen zwei Verfahren zur Verfügung. Die Magensonde wird mit einem Drainagebeutel konnektiert und für 10 Minuten unterhalb des Thoraxniveaus gelagert oder der residuale Mageninhalt wird mit einer Spritze über die Magensonde abgezogen. 

Resorption

Unter Resorption (lat. resorbere = aufsaugen oder herunterschlucken) versteht man die Aufnahme von Stoffen in das Blut oder in die Lymphe. Wichtig sind vor allem Resorptionsvorgänge bei der Aufnahme von Nährstoffen aus dem Nahrungsbrei im Verdauungstrakt.

Ritsch-Ratsch-Klemme

Eine Ritsch-Ratsch-Klemme oder Sonden-Klemme ist eine kleine Vorrichtung, die auf dem Sondenschlauch angebracht wird. Im geschlossenen Zustand klemmt diese die Ernährunssonde ab und verhindert so ein Auslaufen von Nahrung oder Flüssigkeiten aus der Ernährungssonde.

Ruheumsatz

Der Ruheumsatz, auch Ruhestoffwechsel genannt, ist die Energiemenge, die der Körper im Ruhezustand verbrennt. Der Ruheumsatz wird oftmals synonym zum Begriff Grundumsatz verwendet. Die Bedingungen, unter denen er gemessen wird, sind jedoch im Vergleich zum Grundumsatz weniger streng - z.B. nicht unmittelbar nach dem Aufwachen, sondern erst nach Aufsuchen der Einrichtung, in der die Messung erfolgt. So liegt der Ruheenergieverbrauch ca. 10% höher als der Grundumsatz (siehe auch Grundumsatz).

Sarkopenie

Als Sarkopenie wird der Verlust an Muskelmasse und Muskelkraft bezeichnet, der im Verlauf des Alterns eintritt. Vor allem die Skelettmuskulatur ist hierbei betroffen, wodurch das Risiko von Stürzen und dadurch von Knochenbrüchen steigt.  

Schluckstörung

Bei einer Schluckstörung (Dysphagie) ist der Transport von Speichel, Nahrung und Flüssigkeiten vom Mund bis in den Magen beeinträchtigt.  Dadurch besteht die Gefahr einer Aspiration, d.h. dass Speichel, Nahrung oder Flüssigkeiten ungewollt in die Atemwege und die Lunge gelangen und dort zu einer Lungenentzündung (Aspirationspneumonie), zu Luftnot oder Erstickungsanfällen führen können. 

Schwerkraftapplikation

Bei dieser Art der Applikation fließt die Sondennahrung durch einen dünnen Kunststoffschlauch ohne den Einsatz einer Ernährungspumpe ausschließlich über Schwerkraft. Den Kunststoffschlauch nennt man Schwerkraft-Überleitgerät oder Schwerkraft-Überleitsystem. Für eine gute Funktionalität ist hierbei der Höhenunterschied zwischen Nahrungsbehälter und Ernährungssonde entscheidend. Die Geschwindigkeit wird bei der Schwerkraftapplikation, wie bei einer normalen Infusion, über eine Rollenklemme geregelt. 

Screening

Screening beschreibt ein systematisches Testverfahren für ein frühzeitiges Erkennen von Menschen mit einem Gesundheitsproblem oder mit einem Risiko für ein Gesundheitsproblem, wie z.B. der Mangelernährung.

Seldinger-Technik

Die Seldinger Technik wurde ursprünglich vom schwedischen Radiologen Sven-Ivar Seldinger zur Punktion von Blutgefäßen zum Zweck der Katheterisierung entwickelt. Auch bei der Platzierung bzw. zum Austausch von Ernährungssonden wird die Seldinger-Technik eingesetzt. Ein dünner Führungsdraht (Seldinger-Draht) wird hierzu über die vorhandene Magensonde in das Stoma geschoben und die Sonde vorsichtig entfernt. Der Seldinger-Draht verbleibt hierbei an Ort und Stelle. Anschließend kann die neue Sonde über den Seldinger-Draht eingeführt und fixiert werden, wie z.B. ein Button oder Gastrotube. Abschließend wird der Seldinger-Draht wieder entfernt.  

Sepsis

Sepsis, auch Blutvergiftung genannt, ist eine lebensbedrohliche Entzündungsreaktion des Körpers, die durch Krankheitserreger im Blut (z.B. durch Infektionen) ausgelöst wird. Normalerweise werden Krankheitserreger im Blut durch die Abwehrreaktion des Immunsystems beseitigt. Bei einer Sepsis ist die körpereigene Reaktion auf eine Infektion fehlreguliert und es kann zu einer lebensbedrohlichen Schädigung der Organe kommen. 

SGA

SGA ist die Abkürzung für Subjective Global Assessment. Das Screening wurde ursprünglich für chirurgische Patienten entwickelt und besteht aus einer Anamnese und einer körperlichen Untersuchung zur Einschätzung des Ernährungszustandes. Es eignet sich für ambulante und stationäre Patienten. 

Silikon

Silikon ist ein sehr weicher Kunststoff, der für die Herstellung vor allem von Nasensonden eingesetzt wird. Silikonsonden können bis zu 8 Wochen im Körper verbleiben und weisen einen sehr hohen Tragekomfort auf. Da Silikonsonden sehr weich sind, müssen diese meist mit einem Führungsdraht (Mandrin) platziert werden. 

Sonde

Eine Sonde oder Ernährungssonde ist ein dünner Kunststoffschlauch zur enteralen Ernährung (siehe auch enterale Ernährung). Diese wird über die Nase (transnasal) oder über die Bauchdecke (perkutan) direkt in den Magen oder Dünndarm gelegt. Über die Magensonde wird der Körper mit flüssiger Nahrung (Sondennahrung), mit Energie und allen notwendigen Nährstoffen versorgt. Anders als bei der Ernährung über den Mund, gelangt die Nahrung bei der Ernährung über eine Sonde auf direktem Weg in den Verdauungstrakt.

Sondennahrung bzw. Sondenkost

Sondennahrung  bzw. Sondenkost ist eine flüssige Form der Ernährung und zählt zu den sogenannten Lebensmitteln für besondere medizinische Zwecke (sog. bilanzierte Diäten). Sie enthält alle wichtigen Nährstoffe, wie Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate, Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente in konzentrierter und zerkleinerter Form. Sondennahrung wird häufig auch als künstliche Ernährung oder „Astronautennahrung“ bezeichnet, obwohl diese der normalen Nahrung über den Mund sehr ähnlich ist. Sie wird auf die gleiche Weise verdaut wie die normale Nahrung. Der Unterschied besteht vor allem in der Zufuhr der Nahrung, die nicht über den Mund, sondern auf direktem Weg über einen dünnen Kunststoffschlauch (Sonde) in den Verdauungstrakt gelangt.  

Sondenokklusion

Eine Sondenokklusion ist ein Verschluss / Verstopfung der Sonde, z.B. durch unsachgemäße Verabreichung von Medikamenten über die Ernährungssonde oder durch seltenes Spülen der Sonde. Auch die Verabreichung von selbst hergestellter Sondenkost, die nicht ausreichend passiert wurde, kann eine Okklusion hervorrufen. Die Gefahr einer Sondenokklusion kann durch regelmäßiges Spülen der Sonde mit Wasser reduziert werden.  

Sondenverlängerung

Eine Sondenverlängerung ist ein Kunststoffschlauch, der zur Verlängerung zwischen einem Überleitsystem und einer Magensonde befestigt wird.  

Spülen

Als Spülen bezeichnet man das Reinigen der Ernährungssonde mit Wasser, um eine Verstopfung zu vermeiden.  

Spurenelemente

Spurenelemente heißen alle Mineralien, die unser Körper nur in sehr geringen Mengen, in Spuren benötigt. Spurenelemente sind unter anderem Eisen, Jod, Zink, Selen, Mangan und Fluorid. (siehe auch Mineralstoffe)

Steatorrhoe

Unter Steatorrhoe (Fettstuhl) versteht man die vermehrte Ausscheidung von Fetten über den Stuhlgang. Grund hierfür ist eine verminderte Aufnahme von Nahrungsmittelfetten, verursacht durch einen Mangel des Enzyms Lipase im Dünndarm. Erkennbar ist Steatorrhoe an der schaumigen und klebrigen Konsistenz des Stuhlgangs, die von einem stechenden Geruch begleitet wird. 

Stenose

Eine Stenose ist die medizinische Bezeichnung für eine Engstelle oder Verengung eines Blutgefäßes oder Hohlorgans, wie z.B. der Speiseröhre. Diese führt zu einer Behinderung der Passage von Blut oder Darminhalt. Stenosen können durch Verwachsungen, Narben, Tumore oder in Gefäßen auch durch Verkalkung (Arteriosklerose) entstehen.  

Stethoskop

Ein Stethoskop ist ein Diagnosewerkzeug, um Geräusche im Inneren des Körpers abzuhören.

stille Aspiration

Eine stille Aspiration ist eine Aspiration, also der Übertritt von Flüssigkeiten, wie z.B. Mageninhalt oder Speichel, von der Speiseröhre in die Atemwege, bei der jedoch der Hustenreiz fehlt, wodurch das Verschlucken oft unerkannt bleibt. Hierdurch steigt das Risiko einer Lungenentzündung (Aspirationspneumonie) deutlich an. 

Stoffwechsel

Als Stoffwechsel werden alle biochemischen Vorgänge innerhalb von Zellen bezeichnet, die den Aufbau (Anabolismus) der Körpersubstanz aus Nährstoffen, den Umbau und Abbau (Katabolismus) betreffen.

Stoma

Ein Stoma ist ein künstlich geschaffener Kanal, der von einem Hohlorgan, wie z.B. dem Magen, zur Körperoberfläche führt. Bei einem Magenstoma bezeichnet das Stoma einen künstlich geschaffenen Kanal vom Magen durch die Bauchdecke.  

Supplemente (oral)

Orale Supplemente (ONS = oral nutritional supplements ) sind industriell hergestellte, oral bilanzierte Diäten (OBD) mit einer definierten Zusammensetzung. Sie werden auch als Trinknahrungen bezeichnet (siehe auch Trinknahrung).

supportiv

Supportiv ist der medizinische Fachbegriff für "unterstützend, als Ergänzung". 

teilbilanziert

Teilbilanzierte Diäten sind Trinknahrung oder Sondennahrungen mit  einer inkompletten oder unausgewogenen Nährstoffzusammensetzung. Teilbilanzierte Diäten eignen sich nicht zur Verwendung als einzige Nahrungsquelle. Sie sind zur ergänzenden Ernährung bestimmt und in der Regel nicht verordnungsfähig, d.h. die Kosten werden meist nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet.

Tellerprotokoll

Bei Verdacht auf eine Mangelernährung lässt sich mit Hilfe eines Tellerprotokolls schnell und einfach die aktuelle Energie- und Nährstoffzufuhr überprüfen. Hierbei wird bei jeder Mahlzeit die verzehrte Portion auf dem Teller (z.B. halber, dreiviertel oder ganzer Teller) erfasst. So erhält man Aufschluss darüber, ob Veränderungen der Essmenge vorliegen. Da die aufgenommene Nahrungsmenge an einzelnen Tagen sehr unterschiedlich sein kann, sollte solch ein Protokoll über mehrere Tage hinweg eingesetzt werden. 

Transnasale Sonde

Eine transnasale Sonde, auch Nasensonde genannt, ist ein dünner Kunststoffschlauch, der über das Nasenloch, den Rachen und entlang der Speiseröhre in Magen (gastral) oder Dünndarm (jejunal) gelegt wird. Über eine transnasale Sonde gelangt die Nahrung (Sondennahrung) oder Flüssigkeiten auf direktem Weg in den Magen-Darm-Trakt. Eine Nasensonde wird meist dann eingesetzt, wenn die Ernährung nur über einen kurzen Zeitraum von maximal 4-8 Wochen über eine Ernährungssonde erfolgen soll, z.B. nach einer großen Operation. 

Trauma

In der Medizin wird eine Verletzung durch Gewalteinwirkung von außen als Trauma bezeichnet. Ein Trauma kann mechanisch, z.B. durch einen Unfall, thermisch, z.B. durch eine Verbrennung, chemisch, elektrisch oder durch Strahlen verursacht werden. 

Trinknahrung

Trinknahrungen gehören zu den Lebensmittel für besondere medizinische Zwecke (sog. bilanzierte Diäten). Die kleinen Kraftpakete in flüssiger Form enthalten Energie und alle wichtigen Nährstoffe des täglichen Bedarfs und sind daher geeignet, dass Sie sich mit diesen vollwertig und gesund ernähren. Anders als Produkte aus dem Supermarkt, sind Trinknahrungen aufgrund ihrer Nährstoffzusammensetzung sogar dauerhaft zur ausschließlichen Ernährung geeignet. Trinknahrungen können vom Arzt verordnet werden und sind unter bestimmten Voraussetzungen von der gesetzlichen Krankenkassen erstattungsfähig

Trinkprotokoll

Besteht der Verdacht, dass ein Mensch zu wenig trinkt, kann mit Hilfe eines Trinkprotokolls die aufgenommene Menge an Getränken an einem Tag festgehalten werden. Da nicht nur Getränke Wasser enthalten, sollten darüber hinaus auch die Wassermengen in Lebensmitteln erfasst werden. 

Trizepshautfaltendicke

Der Trizeps ist ein großer Muskel an der Rückseite des Oberarms. Durch die Messung der Hautfaltendicke an definierten Stellen, wie z.B. am Trizeps, kann man Rückschlüsse zu vorhandenen Fettreserven im Körper ziehen. Ergänzend zum BMI gibt die Trizepshautfaltendicke somit einen Aufschluss über den Ernährungszustand eines Menschen. 

Tube-Feeding-Syndrom

Das Tube-Feeding-Syndrom ist gekennzeichnet durch  Erhöhung der Harnstoff-, Kreatinin- und Elektrolytwerte im Serum sowie eine negative Flüssigkeitsbilanz (Dehydratation).

Tumorkachexie

Mit Tumorkachexie wird ein Krankheitssyndrom bezeichnet, das durch ungewollten Gewichtsverlust, Verlust von Muskelmasse, Müdigkeit, Schwäche und einem deutlichen Verlust an Appetit gekennzeichnet ist. Ausgelöst wird die Tumorkachexie durch eine Tumorerkrankung.

Überleitsystem, Überleitgerät

Ein Überleitsystem oder Überleitgerät ist ein dünner Kunststoffschlauch, der das Sondennahrungsbehältnis mit der Ernährungssonde verbindet. Es wird zur Verabreichung von Sondennahrung oder Flüssigkeiten verwendet. Man unterscheidet zwischen Überleitsystemen für die Pumpenapplikation und für die Schwerkraftapplikation.

Unterernährung

Unterernährung beschreibt einen Zustand unzureichender Kalorienzufuhr, welcher primär zu einer Reduktion der Körperfettmasse führt. Durch die unzureichende Energiezufuhr ist in stark ausgeprägten Fällen Untergewicht die Folge der Unterernährung.  

Untergewicht

Von Untergewicht spricht man 

  • bei Erwachsenen bis zum 65. Lebensjahr bei einem BMI < 18,5 kg / m2
  • bei Erwachsenen > 65 Jahre bei einem BMI < 20 kg / m2

VDD

VDD steht für Verband der Diätassistenten. Er ist bundesweit der einzige Berufsverband für Diätassistenten.

vegan, Veganer

Vegan sind Lebensmittel und Produkte, die nicht aus Tieren beziehungsweise Bestandteilen von Tieren erzeugt werden. Lebensmittel und Produkte dürfen auch nicht mithilfe von lebenden Tieren und tierischen Erzeugnissen hergestellt werden, um als vegan zu gelten. Dabei werden alle Produktions- und Verarbeitungsstufen berücksichtigt. Auch bei den Trink- und Sondennahrungen gibt es vegane Produkte, wie z.B. lovital complete energy 2.0 Neutral

vegetarisch, Vegetarier

Vegetarier meiden Nahrungsmittel, die von getöteten Tieren stammen (Fleisch, Fisch) sowie Produkte, die daraus hergestellt werden. Milch bzw. Milchprodukte oder Eier sind dagegen erlaubt.

Verdauungstrakt

Der Verdauungstrakt umfasst alle Organe und Organsysteme, die zur Aufnahme, Zerkleinerung, zum Weitertransport und zur Resorption von Nahrung dienen. Anders als beim Magen-Darm-Trakt zählt zum Verdauungstrakt auch die Mundhöhle, Zunge usw. Dennoch wird der Verdauungstrakt oft als Synonym für den Magen-Darm-Trakt eingesetzt. 

verordnungsfähig, Verordnungsfähigkeit

Trink- und Sondennahrung ist laut Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) verordnungsfähig. Das bedeutet, dass der behandelnde Arzt die Nahrung per Rezept verordnen kann, ähnlich wie bei Arzneimitteln. Der Begriff der Verordnungsfähigkeit beschreibt hierbei, welche Produkte unter welchen Umständen zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) verordnet werden können.

Verstopfung

Von einer Verstopfung (Obstipation) spricht man, wenn ein Mensch weniger als dreimal pro Woche Stuhlgang hat. Betroffene leiden hierbei oft unter Blähungen und Bauchschmerzen und die Stuhlentleerung ist erschwert. Die Ursachen einer Verstopfung sind vielfältig, wie z.B. eine ballaststoffarme Ernährung, mangelnde Bewegung oder auch eine Erkrankung. Durch eine ballaststoffhaltige Ernährung sowie eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann eine Verstopfung vermieden werden. Auch Trink- und Sondennahrungen sind mit Ballaststoffen erhältlich und eignen sich für Patienten mit einer Verstopfung. 

Videofluoroskopie (VFSS)

Die Videofluoroskopie (VFSS, Videofluoroscopic Swallowing Study) wird zur Diagnostik einer Schluckstörung eingesetzt. Hierbei wird Nahrung in unterschiedlicher Konsistenz mit Kontrastmittel versetzt. Der Schluckvorgang der verschiedenen Nahrungen wird mittels Röntgenaufnahme per Video verfolgt und zeigt so alle Bewegungsvorgänge und somit eine mögliche Störung ganz genau an.

Vitamine

Vitamine gehören zu den Mikronährstoffen und sind an fast allen Stoffwechselprozessen beteiligt. Anders als Kohlenhydrate, Fette und Eiweiße liefern sie keine Energie. Die meisten Vitamine sind für den Menschen essentielle Nährstoffe, die vom Körper nicht selbst hergestellt werden können und die für eine optimale Versorgung daher mit der Nahrung aufgenommen werden müssen. 

vollbilanziert

Vollbilanzierte Diäten sind Trinknahrungen oder Sondennahrungen, die aufgrund der Zusammensetzung als alleinige Nahrungsquelle geeignet sind. Vollbilanzierte Diäten sind in der Regel verordnungsfähig, d.h. die Kosten werden meist von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattet

Wasting-Syndrom

Unter dem Wasting-Syndrom (Auszehrungs-Syndrom) versteht man einen krankheitsbedingten Gewichtsverlust, z.B. bei AIDS oder Tumorerkrankungen, von mindestens 10% des Körpergewichtes innerhalb der letzten 6 Monate. Zudem leiden Betroffene gleichzeitig unter Fieber und Durchfällen.

WHO

WHO ist die Abkürzung für die World Health Organisation.

Wundliegen

Wundliegen (Dekubitus) entsteht als Folge von zu hohem örtlichen Druck und somit Mangeldurchblutung, z.B. am Steißbein oder an den Fersen. Zur Unterstützung der Wundheilung ist die Zufuhr von Eiweiß sowie wundheilungsfördernden Substanzen, wie Zink oder Arginin, mit der Nahrung sinnvoll. 

Wunschkost

Wunschkost beschreibt ein Speisenangebot, das die persönlichen Wünsche der Betroffenen berücksichtigt.

Xerostomie

Xerostomie ist der medizinische Fachbegriff für Mundtrockenheit. Mundtrockenheit ist z.B. ein häufiger Begleiteffekt einer Chemo- oder Strahlentherapie.

Y-Konnektor

Ein Y-Konnektor ist ein Sondenanschluss mit 2 Ansatzstücken am Sondenende. Je nach Produkt ermöglicht ein Y-Konnektor z.B. das zeitgleiche Anschließen einer ENFit Spritze sowie eines Überleitsystems. Auch PEG/J- oder J-PEG-Sonden besitzen einen Y-Konnektor, der die Ernährung in den Magen bzw. die Magenentlastung sowie die gleichzeitige Ernährung in den Dünndarm ermöglicht. 

Zöliakie

Die Zöliakie ist eine durch Glutenunverträglichkeit verursachte langfristige Autoimmunerkrankung, die zu einer chronischen Entzündung des Dünndarms führt. Durch den Verzicht auf glutenhaltige Lebensmittel kann eine Zöliakie behandelt werden. Die meisten Trink- und Sondennahrungen sind glutenfrei. Um zu erfahren, welche Produkte glutenfrei sind, nutzen Sie gerne unseren Produktfinder für die enterale Ernährung. 

Zottenatrophie

Unter einer Zottenatrophie versteht man den Schwund der Dünndarmzotten, wodurch Nährstoffe aus der Nahrung nicht mehr ausreichend aufgenommen werden können. Eine Zottenatrophie wird häufig durch Darmerkrankungen, wie z.B. Zöliakie ausgelöst.

Zugangswege

Der Zugangsweg beschreibt, auf welchem Weg Sondennahrung oder Flüssigkeiten in den Verdauungstrakt gelangen. Dies kann z.B. über eine Nasensonde in den Magen oder Dünndarm erfolgen (nasogastral, nasojejunal) oder direkt durch die Bauchdecke in den Magen oder Dünndarm (perkutan gastral oder perkutan jejunal). 

Zusatznahrung

Medizinische Trinknahrung wird oftmals als Zusatznahrung bezeichnet, da diese meist ergänzend, also zusätzlich zur normalen Ernährung, eingenommen wird. 

Zwischenmahlzeit

Eine Zwischenmahlzeit, oft auch als Snack bezeichnet, ist eine kleine Mahlzeit, die meist zwischen dem Frühstück, Mittagessen oder Abendessen eingenommen wird. Trinknahrung eignet sich als energiereiche Zwischenmahlzeit bei Mangelernährung besonders gut.