Enterale Ernährung über Sonde

Enterale Ernährung: Definition, Anwendung und Vorteile

Enterale Ernährung ist die Zufuhr von Nährstoffen über den Magen-Darm-Trakt mithilfe einer Ernährungssonde, wenn eine normale Nahrungsaufnahme nicht mehr oder nicht ausreichend möglich ist. Voraussetzung ist ein funktionierender Verdauungstrakt. Dabei wird flüssige Sondennahrung über eine Sonde direkt in den Magen oder Dünndarm geleitet und dort wie gewöhnliche Nahrung verdaut.

Sie zählt zu den Formen der künstlichen Ernährung und ist von der parenteralen Ernährung abzugrenzen, bei der die Nährstoffzufuhr intravenös unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes erfolgt. Wenn möglich, wird die enterale Ernährung bevorzugt, da sie den natürlichen Verdauungsweg nutzt.

 

Indikation enterale Ernährung

Wann ist enterale Ernährung notwendig?

Enterale Ernährung ist notwendig, wenn eine ausreichende Nahrungsaufnahme über den Mund nicht möglich oder nicht ausreichend ist, der Magen-Darm-Trakt jedoch funktionsfähig bleibt. Ziel ist es, eine Mangelernährung zu verhindern und die bedarfsgerechte Versorgung mit Energie und Nährstoffen sicherzustellen.

Typische Einsatzgebiete der enteralen Ernährung sind:

Formen der enterale Ernährung: So gelangt Sondennahrung in den Magen

Bei der enteralen Ernährung erfolgt die Nährstoffzufuhr über eine Ernährungssonde, also einen sehr dünnen Schlauch aus Kunststoff, der die Gabe von flüssiger Sondenkost direkt in den Magen-Darm-Trakt ermöglicht. Hierfür stehen verschiedene Sondenarten zur Verfügung. Zu den häufigsten gehören

  • nasogastrale Sonden (Sonden durch die Nase in den Magen/ Dünndarm)
  • und perkutane Sonden, z.B. PEG-Sonden (perkutane endoskopische Gastrostomie, d.h. direkt durch die Bauchdecke in den Verdauungstrakt). 
Nasointestinal Sonde
Transnasale Ernährungssonden

Ist die enterale Ernährung mit einer Ernährungssonde nur über einen kurzen Zeitraum von bis zu vier Wochen notwendig, wird der Arzt eine Nasensonde empfehlen. Bei einer Nasensonde wird ein dünner Kunststoffschlauch über die Nase, den Rachen, die Speiseröhre bis in den Magen (nasogastral) oder Dünndarm (nasojejunal oder nasointestinal) geführt. Oftmals empfinden Betroffene eine Nasensonde als störend, v.a. beim Schlucken.

Nasensonden sind für alle Altersgruppen geeignet - vom Säugling/Frühchen bis ins hohe Alter. Daher gibt es transnasale Sonden in vielen Längen und mit unterschiedlichem Durchmesser. Für einen angenehmen Tragekomfort sowie ein geringes Fremdkörpergefühl bestehen Nasensonden meist aus weichem Kunststoff (Polyurethan) oder aus Silikon. 

PEG-Sonde Aussehen
Perkutane Ernährungssonden

Ist die Nährstoffzufuhr mit enteraler Ernährung voraussichtlich über einen längeren Zeitraum erforderlich, wird der Arzt die Anlage einer perkutanen Sonde direkt durch die Haut (von lat. per = durch und cutis = Haut) in den Magen (PEG, perkutane endoskopische Gastrostomie) oder den Dünndarm (PEJ, perkutane endoskopische Jejunostomie) empfehlen. Unter leichter Betäubung und endoskopischer Kontrolle wird hierbei ein künstlicher Zugang zwischen Bauchdecke und Verdauungstrakt geschaffen, durch den der Sondenschlauch gelegt wird. Diese künstliche Öffnung nennt man Stoma.  

Eine PEG-Sonde wird von Betroffenen oftmals als weniger störend und meist als eine unkomplizierte und komfortable Form der Sondenernährung empfunden, gerade wenn das Schlucken erst wieder erlernt werden muss. Zudem kann diese Sonde ohne einen Wechsel mehrere Monate bis Jahre im Körper verweilen und so auch eine längerfristige bzw. dauerhafte Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr sicherstellen. 

Button Austauschsonde
Perkutane Austauschsonden

Sobald der Stomakanal verheilt ist, kann eine PEG-Sonde bei Bedarf durch eine Austauschsonde, wie Button oder Gastrotube, ersetzt werden. Diese Sonden werden durch einen mit Flüssigkeit gefüllten Ballon im Inneren des Magens fixiert und sind kosmetisch noch unauffälliger als die PEG-Sonde und können daher unbemerkt unter der Kleidung getragen werden. Vor allem der Button, umgangssprachlich oft „Knopfsonde“ genannt, schränkt die Bewegungsfreiheit der Betroffenen kaum ein, ist sehr leicht zu reinigen und kann auch beim Duschen oder Baden problemlos getragen werden. Nach entsprechender Schulung kann ein Button oder Gastrotube ohne einen operativen Eingriff auch zu Hause gewechselt werden. 

Verabreichungsarten von Sondennahrung

Wie wird enterale Ernährung verabreicht?

Die Verabreichung von enteraler Ernährung über eine Ernährungssonde kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Meist wird die Sondenkost aus dem Nahrungsbeutel mithilfe eines Überleitsystems, also einem dünnen Verbindungsschlauch, in die Ernährungssonde und somit in den Verdauungstrakt befördert. Die Nahrung kann hierbei per Schwerkraft oder mit einer Ernährungspumpe verabreicht werden.

Zudem ist die Applikation der Nahrung mit einer Spritze möglich (Bolusapplikation). 

Welche Applikationsmethode für die individuellen Bedürfnisse des Betroffenen am besten geeignet ist, hängt von den eigenen Vorlieben, der Lage der Sonde (Magen vs. Dünndarm) sowie der Grunderkrankung ab, die einen Einfluss auf die Verdauungs- und Resorptionsleistung sowie die Stoffwechselsituation haben kann.  

Schwerkraftapplikation

Bei der Schwerkraftapplikation fließt die Sondennahrung durch das Überleitsystem ohne den Einsatz einer Ernährungspumpe ausschließlich über Schwerkraft. Das Einstellen der Laufgeschwindigkeit bzw. der Förderrate der Sondennahrung erfolgt über eine Rollenklemme am enteralen Überleitsystem.

Die Schwerkraftapplikation gilt als sehr unkomplizierte Methode zur Verabreichung von Sondenernährung, da sie auch von Menschen ohne medizinische Vorkenntnisse leicht zu erlernen und anzuwenden ist. Zudem ermöglicht die Schwerkraftgabe eine hohe Flexibilität bei der Verabreichungsdauer und -geschwindigkeit. So kann die Gabe der Nahrung, je nach Verträglichkeit, mit einer hohen Förderrate über wenige Stunden oder langsam und kontinuierlich über den Tag verteilt erfolgen. Nahrungspausen sind jederzeit möglich. 

Sollten Sie Sondennahrung per Schwerkraft über eine Magensonde verabreichen wollen, zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt das Vorgehen in unserem Anwendungsvideo zur Schwerkraftapplikation.

Sondennahrung per Schwerkraft verabreichen
Pumpenapplikation

Bei der Verabreichung von Sondennahrung mit einer Ernährungspumpe, wie z.B. der Flocare Infinity, der Amika oder der Compat Ella, wird die Sondennahrung mithilfe der Pumpe aus dem Nahrungsbehältnis über das Überleitsystem in den Magen oder Dünndarm transportiert. Die Ernährungspumpe kontrolliert hierbei die Geschwindigkeit. Umfassende Warnsignale informieren den Nutzer über Probleme bei der Verabreichung, wie z.B. einer Verstopfung der Sonde, oder über ein leeres Nahrungsbehältnis. 

Die Ernährung mit einer Ernährungspumpe erfolgt meist langsam und kontinuierlich über einen längeren Zeitraum. Diese Art der Verabreichung ermöglicht eine sehr schonende Nahrungszufuhr und sehr exakte Dosierung, die vor allem für Menschen mit besonderen Ernährungsanforderungen und Stoffwechselsituationen geeignet ist, wie z.B. 

  • bei Kindern,
  • bei starken Blutzuckerschwankungen (z.B. Diabetes mellitus),
  • bei Stoffwechselstörungen,
  • bei nächtlicher Ernährung,
  • in den ersten Tagen nach der Anlage einer PEG-Sonde
  • oder bei Einsatz einer Dünndarmsonde.

Wie Sie bei der Verabreichung von Sondennahrung mit einer Ernährungspumpe vorgehen müssen, zeigen wir Ihnen in unserer Videoanleitung. 

Sondennahrung mit einer Ernährungspumpe verabreichen
Bolusapplikation

Bei der Bolusapplikation werden mehrere Portionen Sondennahrung (Nahrungsboli) mit einer großen Bolus-Spritze über einen kurzen Zeitraum von etwa 15-20 Minuten über die Magensonde appliziert. 

Die Bolusgabe ist die physiologischste Art der Sondenernährung, da sich diese Art der Nahrungszufuhr am normalen Mahlzeitenrhythmus orientiert. Zudem ermöglicht diese Verabreichungsmethode eine größtmögliche Bewegungsfreiheit und kann überall ortsunabhängig angewendet werden. Dadurch lässt sich die Bolusgabe gut in den Alltag integrieren. Auch für unerfahrene Pflegende ist diese Methode leicht zu erlernen und anzuwenden und macht den Einsatz von oft komplizierten technischen Geräten, wie z.B. einer Ernährungspumpe, überflüssig. 

Wie Sie bei der Verabreichung von Sondenkost per Bolus vorgehen müssen, zeigen wir Ihnen in unserer leicht verständlichen Videoanleitung. 

Sondennahrung per Bolus verabreichen
Produkte für enterale Ernährung

Welche Sondennahrungen gibt es bei enteraler Ernährung?

Für die enterale Ernährungstherapie stehen zahlreiche gebrauchsfertige Sondennahrungsprodukte mit unterschiedlicher Nährstoffzusammensetzung für verschiedene Ernährungsbedürfnisse und von unterschiedlichen Herstellern zur Verfügung - wie Fresenius Kabi, Nutricia, Nestlé Health Sciene, DOLP Medical, Hipp, CuraProducts, Vitasyn oder Simple Real Nutrition . Die meisten Sondennahrungen sind vollbilanziert, d.h. sie enthalten alle Nährstoffe, die der Körper täglich benötigt, in einem ausgewogenen Verhältnis.

Sondenkost gibt es z.B. 

  • mit unterschiedlichem Energiegehalt,
  • mit und ohne Ballaststoffen,
  • mit und ohne Milcheiweiß,
  • adaptiert für veränderte Stoffwechselsituationen, wie z.B. Fettverwertungsstörungen, Niereninsuffizienz und Lebererkrankungen oder Diabetes mellitus,
  • niedermolekular, d.h. lebenswichtige Nährstoffe, wie z.B. Eiweiß und Fette sind bereits aufgespalten in Bruchstücke, genannt Oligopeptide, und eigenen sich besonders gut bei eingeschränkter Verdauungs- und Resorptionsleistung, wie z.B. bei Kurzdarmsyndrom oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen,
  • rein pflanzlich und vegan,
  • für Kinder, die auf die altersspezifischen Bedürfnisse der Kleinsten zugeschnitten ist. 
Selbsthergestellte Sondennahrung

Viele Pflegende verspüren den Wunsch, Sondennahrung aus normalen Speisen selbst herzustellen, zu pürieren und über die Sonde zu verabreichen. Selbstgemachte Sondennahrung ist jedoch keine empfehlenswerte Alternative zu gebrauchsfertigen Nahrungen, denn es ist sehr schwierig, das richtige Gleichgewicht zwischen Nährstoffen und Konsistenz zu erreichen. Zudem besteht eine erhöhte Gefahr der Verunreinigung bei selbsthergestellter Sondenkost sowie einer Verstopfung der Ernährungssonde. Daher raten wir Ihnen hiervon ab und empfehlen Ihnen unbedingt, Ihren Arzt zu befragen, wenn Sie diese dennoch selbst zubereiten wollen.

Vorteile der enteralen Ernährung

Die Entscheidungsfindung für die Ernährung über eine Sonde ist nicht leicht. Nicht immer sind die Vorteile der enteralen Ernährung über eine Sonde sofort ersichtlich. Das primäre Ziel der Sondenernährung ist es, die Nährstoffzufuhr in ausreichender Menge zu gewährleisten und einer Mangel- und Unterernährung entgegenzuwirken. Häufig können geschwächte Menschen durch die künstliche Ernährung mit Sondennahrung wieder an Gewicht zulegen. 

Daher möchten wir Ihnen aufzeigen, wie die Ernährungssonde Betroffene unterstützen kann. Enterale Ernährung hat folgende Vorteile: 

  • Durch eine ausgewogene Nährstoffzufuhr hilft Ihnen Sondennahrung, Ihren Ernährungszustand zu verbessern und das Gewicht zu stabilisieren.
  • Der Organismus wird auf natürlichem Weg über den Verdauungstrakt mit Nährstoffen und Energie versorgt.
  • Die Ernährung über eine Sonde kann Entlastung bringen, wenn Essen und Trinken mühsam werden, z.B. aufgrund einer Schluckstörung.
  • Sie bietet die Option, die normale Nahrungsaufnahme zu ergänzen oder, wenn notwendig, sogar gänzlich zu ersetzen.
  • Eine Magensonde schließt die normale Ernährung über den Mund nicht prinzipiell aus. Bereits durch kleine Mengen Nahrung bleibt das Geschmackserlebnis erhalten.
  • Sie ermöglicht eine einfache und unkomplizierte Verabreichung von Flüssigkeit und Medikamenten.
  • Die Anwendung von enteraler Ernährung ist vergleichsweise einfach und kann auch von medizinischen Laien ohne Probleme erlernt werden.
  • Der Eingriff zur Platzierung der Sonde bringt kaum Risiken und die Infektionsrate ist vergleichsweise gering.
  • Geht es dem Betroffenen wieder besser, kann die Sonde ohne größeren Aufwand auch wieder vom Arzt entfernt werden. 

Welche Risiken hat enterale Ernährung?

Enterale Ernährung gilt als sichere und etablierte Form der künstlichen Ernährung. Komplikationen sind insgesamt selten und meist gut behandelbar. Am häufigsten treten vorübergehende Beschwerden im Magen-Darm-Bereich auf.

Mögliche Komplikationen sind:

  • Durchfall,
  • Übelkeit und Erbrechen,
  • Verstopfung,
  • Sondenverstopfung (Okklusion),
  • Hautreizungen oder Infektionen an der PEG-Stelle,
  • Aspirationsrisiko bei falscher Lagerung,
  • Refeeding-Risiko bei stark mangelernährten Patienten.

Weitere Informationen zu Ursachen, Prävention und zum Umgang finden Sie in unserem Fachartikel zum Umgamg mit Komplikationen der enteralen Ernährung.

Enterale versus parenterale Ernährung: Unterschied

Enterale Ernährung vs. parenterale Ernährung: Was ist der Unterschied?

Enterale Ernährung und parenterale Ernährung sind Formen der künstlichen Ernährung. Während bei der enteralen Ernährung die Nährstoffe über eine Sonde in den Magen oder Dünndarm geleitet werden und der Verdauungstrakt genutzt wird, erfolgt die parenterale Ernährung intravenös unter Umgehung des Magen-Darm-Systems.

Die enterale Ernährung über den Magen-Darm-Trakt ist die natürlichere (physiologischere) Form der Ernährung und hilft dabei, die Verdauungsorgane in ihrer Funktionsfähigkeit zu erhalten. So kann der Darm wichtige Aufgaben in Bezug auf die Immunabwehr erfüllen und eine Fehlbesiedlung des Darms mit krankmachenden Keimen reduziert werden. Darüber hinaus regt die Magendehnung den Appetit wieder an. Gemäß den Leitlinien der ESPEN und DGEM sollte daher die enterale Ernährung der parenteralen Ernährung vorgezogen, sofern der Gastrointestinaltrakt funktionstüchtig ist.

  Enterale Ernährung Parenterale Ernährung
Zugangsweg Physiologisch über den Magen-Darm-Trakt Direkt in die Blutbahn 
Verabreichungsart Über eine Ernährungssonde in den Magen oder Dünndarm Über eine periphere Venenverweilkanüle oder über ein Portsystem bzw. zentralen Venenkatheter
Nutzung des Verdauungstraktes ja nein
Infektionsrisiko gering erhöht
Kosten gering hoch
Wer bezahlt Sondennahrung?

Verordnungsfähigkeit und Kostenübernahme von Sondennahrung

Sondennahrungen zählen zu den Lebensmitteln für besondere medizinische Zwecke (sog. bilanzierte Diäten). Unter bestimmten Voraussetzungen kann Ihnen Ihr Arzt diese zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse (GKV) verordnen.

Die Kosten für die enterale Ernährung werden in diesem Fall von der Krankenkasse übernommen. Die Zuzahlungsregelungen sind identisch mit denen von Medikamenten. Notwendige Hilfsmittel, wie z.B. Überleitsysteme, sind ebenfalls verordnungsfähig und werden von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet.

Auch für Privatversicherte werden die Kosten für Sondennahrung und Hilfsmittel in der Regel übernommen. Je nach Versicherungsvertrag kann es jedoch Ausnahmen geben. Für privat Versicherte empfiehlt es sich daher, die Regelungen bei der Krankenkasse vorab anzufragen.

Häufige Fragen zu enteraler Ernährung

Welche Probleme können bei enterale Ernährung auftreten und was hilft?
  • Durchfall: Durchfall tritt oft als Nebenwirkung von medikamentösen Therapien auf, wie z.B. bei Einnahme von Antibiotika, oder bei Anwendungsfehlern, wie z.B. bei der zu schnellen oder zu kalten Verabreichung von Sondennahrung auf.
  • Übelkeit / Erbrechen: Übelkeit und Erbrechen sind oft die Folge von einer zu schnellen oder zu kalt verabreichten Sondennahrung. Erbrechen tritt darüber hinaus oftmals bei zu flacher Lagerung des Oberkörpers während der Verabreichung von Sondennahrung auf.
  • Verstopfung: Verrsacht wird Verstopfung oft durch eine ungenügende Flüssigkeitsaufnahme, Bewegungsmangel oder Medikamente, wie z.B. starke Schmerzmittel (Opiate). Eine ballaststoffhaltige Sondennahrung kann hier Linderung bringen. 

Abhilfe bei Verdauungsproblemen

Kann man mit enteraler Ernährung reisen oder unterwegs sein?

Ja, enterale Ernährung ist auch unterwegs möglich. Wichtig ist hierbei eine gute Organisation vor Antritt der Reise. Damit das mit Sondennahrung und Ernährungssonde gut gelingt, geben wir Ihnen wichtige Informationen an die Hand, welche Besonderheiten bei einer Reise mit PEG-Sonde zu beachten sind.

Mehr zum Urlaub und Reisen mit Sondenernährung

Wer kann mich bei Problemen mit Sondenernährung unterstützen?

Damit Sie nach kurzer Zeit, das Leben mit enteraler Ernährung über eine Sonde routiniert meistern können, ist es gerade zu Beginn der Ernährungstherapie hilfreich, einen professionellen Partner an seiner Seite zu haben, wie z.B. einen HomeCare Anbieter. Dieser steht Ihnen und Ihren Angehörigen als persönlicher Ansprechpartner vor Ort zur Verfügung und unterstützte Sie z.B.

  • bei der Belierfung mit den notwendigen Sondennahrungsprodukten und Hilfsmitteln,
  • bei der Abrechnung mit der Krankenkasse,
  • oder bei der Einweisung in die Handhabung der Medizinprodukte.

Wir helfen Ihnen gerne, das passende HomeCare Unternehmen für Ihre individuellen Bedürfnisse zu finden. 

Homecare-Anbieter finden

Kann man bei enterale Ernährung noch Essen und Trinken?

Viele Betroffenen wünschen sich, zusätzlich zur enteralen Ernährung noch etwas oral (also über den Mund) zu essen oder zu trinken. Zur Förderung des Wohlbefindens und auch zum Schutz vor Infektionen im Mund- und Rachenraum ist dies auch sinnvoll.

Bevor Sie jedoch Speisen und Getränke zu sich nehmen, sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen, ob dies ohne Bedenken möglich ist, denn je nach Erkrankung kann das Schlucken so stark beeinträchtigt sein, dass eine normale Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme sogar gesundheitliche Risiken birgt. 

Wie lange darf eine PEG-Sonde liegen bleiben?

Eine PEG-Sonde kann bei guter Pflege mehrere Monate bis mehrere Jahre im Körper verbleiben. Die genaue Liegedauer hängt vom individuellen Zustand, der Pflege sowie möglichen Komplikationen ab. Ein routinemäßiger Wechsel ist in der Regel nicht notwendig, sofern keine medizinischen Gründe dafür bestehen.

Die Wechselintervalle unterscheiden sich je nach Sondenart:

  • Nasensonden müssen in der Regel alle 4–8 Wochen erneuert werden.
  • PEG-Sonden können bei komplikationsfreiem Verlauf langfristig liegen bleiben.
  • Perkutane Austauschsonden (z. B. Button-Systeme) sollten prophylaktisch etwa alle 6 Monate gewechselt werden.
Wie schmeckt Sondennahrung?

Sondennahrung hat meist keinen typischen Geschmack, da sie meist nicht über den Mund aufgenommen wird.

Es gibt einzelne Sondennahrungen auf Basis natürlicher Lebensmittel, die einen leichten Geschmack aufweisen. Sie enthalten unterschiedliches Obst, Gemüse oder sogar Fleisch und sind mit und ohne Milch verfügbar. Anbieter für solche Sondenkostprodukte sind die Firma Hipp, Nestlé Health Science (Compleat-Range) sowie Simply Real Nutrition (simplee). Bei Interesse sprechen Sie uns gerne an.  

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