Mit Hilfe von Messungen des Oberarm- oder Wadenumfangs kann der Ernährungszustand grob eingeschätzt werden. In der Praxis sind Umfangmessungen vor allem auch bei immobilen Patienten einfach durchzuführen. Sie liefern Informationen über das Unterhautfettgewebe (Subkutanfett) und die Muskelmasse, die bei einer Mangelernährung stark reduziert sein können.
Der Oberarmumfang wird mit einem flexiblen Maßband bei entspannt hängendem Unterarm auf halber Höhe zwischen Schulterdach und der Spitze des Ellbogens gemessen. Ein Umfang von weniger als 21 cm deutet auf einen Verlust von Muskelmasse und Unterhautfettgewebe hin und wird als Hinweis auf eine Mangelernährung gewertet.
Der Wadenumfang ist ein direktes Maß für die Muskelmasse und ist eng mit der Funktionalität und mit körperlicher Leistungsfähigkeit bzw. Beeinträchtigung verbunden. Auch der Wadenumfang wird mit einem flexiblen Maßband an der stärksten Stelle gemessen - idealerweise im Stehen mit leichtem Abstand zwischen den Füßen und gleichmäßiger Belastung beider Beine. Wird im Liegen gemessen sollte auf eine rechtwinklige Stellung der Gelenke sowie eine Unterstützung der Fußsohle geachtet werden. Ein Wadenumfang unter 31 cm weist auf einen starken Verlust von Muskelmasse und Muskelkraft hin (Sarkopenie) und gilt als Indiz einer Unterernährung.