Ernährung bei chronischen Wunden
Ernährung bei chronischen Wunden
Ernährung bei chronischen Wunden

Ernährung und chronische Wunden: Mit Ernährung die Wundheilung unterstützen

Aufgeschürfte Knie nach einem Sturz oder ein kleiner Schnitt in den Finger - sie sind im Alltag schnell passiert. Durch den Selbstheilungsprozess des Körpers verheilen kleine Wunden meist innerhalb von wenigen Tagen und bringen keine Komplikationen mit sich. Anders verhält es sich mit chronischen Wunden: Sie entwickeln sich langsam, heilen oft sehr lange nicht und kommen im schlimmsten Fall immer wieder. Werden Wunden chronisch, sind häufig bestimmte Erkrankungen beteiligt, wie z.B. ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen oder Infektionen. 

Auch Nährstoffdefizite bzw. ein schlechter Ernährungszustand beeinflussen die Wundheilung. Denn: Fehlen dem Körper bestimmte Nährstoffe, wirkt sich das ungünstig auf den Heilungsprozess aus. Die richtige Ernährung mit ausreichend Energie, Eiweiß und bestimmten Vitaminen (z.B. A, C, E) und Mineralstoffen (z.B. Zink) hat daher einen entscheidenden Einfluss auf den Verlauf der Wundheilung.

Nicht selten können Betroffene mit chronischen Wunden den Mehrbedarf an Energie und Nährstoffen, den der Körper in der Phase der Wundheilung benötigt, durch die normale Ernährung jedoch nicht ausreichend decken. Das Risiko einer Mangelernährung steigt. Wer sich mangelhaft ernährt, verzögert nicht nur den Wundheilungsprozess, sondert fördert gleichzeitig die Entstehung neuer Wunden.

So sollte die Ernährung neben der professionellen Wundversorgung stets eine wichtige Säule in der Gesamtbehandlung von Wundheilungsstörungen einnehmen.

Welche Bedeutung Ihre Ernährung und Ihr Ernährungszustand auf die Entstehung von chronischen Wunden haben und wie sich verschiedene Nährstoffe auf den Wundheilungsprozess auswirken, erfahren Sie in diesem Beitrag. Wir geben Ihnen Tipps, mit welchen Lebensmitteln Sie die Wundheilung bestmöglich unterstützen können. Darüber hinaus beantworten wir Ihnen die Frage, warum es so wichtig ist, eine Mangelernährung bei chronischen Wunden zu vermeiden und wie die Ernährung mit eiweißreicher Trinknahrung die Wundheilung unterstützen kann. 

Ursachen für Wundheilungsstörungen und chronische Wunden

Mögliche Ursachen für Wundheilungsstörungen

Das Entstehen einer chronischen Wunde wird durch verschiedene Vorerkrankungen oder Faktoren verursacht, die eine normale Wundheilung beeinflussen, wie z.B. 

  • Stoffwechselstörungen, wie Diabetes mellitus,
  • arterielle Durchblutungsstörungen,
  • Venenerkrankungen,
  • rheumatische Erkrankungen,
  • ein geschwächtes Immunsystem,
  • Infektionen,
  • ein schlechter Ernährungszustand.

Welche Arten von chronischen Wunden gibt es?

Unterschieden werden verschiedene Arten von chronischen Wunden. Zu den häufigsten chronischen Wunden zählen folgende: 

Ulcus cruris („offenes Bein“)

Als Ulcus cruris bezeichnet man ein chronisches Geschwür am Unterschenkel, das umgangssprachlich auch „offenes Bein“ genannt wird. Ursächlich ist eine unzureichende Durchblutung des Hautgewebes, bedingt durch venöse oder arterielle Durchblutungsstörungen. Solche Durchblutungsstörungen entstehen z.B. bei 

  • peripherer arterieller Verschlusskrankheit (pAVK)
  • chronischer Venenschwäche,
  • Entzündungen der Venen (Thrombophlebitis)
  • Beinvenenthrombose,
  • Verletzungen,
  • Diabetes mellitus.

Die Wunde ist oft zunächst klein und kann im Laufe der Zeit größer werden. 

Druckgeschwür (Dekubitus)

Ein Dekubitus ist ein Druckgeschwür, bei dem die Haut und / oder die darunterliegenden Gewebeschichten in Folge von anhaltender Druckbelastung geschädigt wird. Menschen mit einem Dekubitus sind oft nicht oder nur noch unzureichend in der Lage, sich selbstständig zu bewegen. Das Gewebe wird daher nicht mehr ausreichend durchblutet und wird nicht mehr mit Nährstoffen versorgt. Folglich stirbt das Gewebe ab. Die Druckstellen sind meist lokal begrenzt und häufig an Stellen mit nur wenig Unterhautfettgewebe zu finden, wie z.B. am Steißbein, Hüftknochen, den Fersen, den Ellenbogen oder den Schulterblättern. Wird ein Dekubitus nicht frühzeitig entdeckt und die Hautstellen entlastet, kommt es zu einem sichtbaren Druckgeschwür, das im Verlauf in eine offene Wunde übergehen kann. Daher unterscheidet man verschiedene Stadien eines Dekubitus (Grad 1-4):

Dekubitus Grad 1: lokal begrenzte, nicht mit dem Finger wegdrückbare Rötung, die bei Druckentlastung nach längerer Zeit verschwindet. 

Dekubitus Grad 2: Teilverlust der Haut, d.h. oberflächliche Wunde ähnlich einer Hautabschürfung bzw. geschlossene Blase. 

Dekubitus Grad 3: Vollständiger Hautverlust, der bis zum Muskelgewebe reichen kann. Es können Taschenbildungen vorliegen. 

Dekubitus Grad 4: Vollständiger Gewebeverlust sowie Schädigungen von Muskel, Knochen, Knorpel, Sehnen oder Gelenkkapseln. 

Diabetisches Fußsyndrom

Das Diabetische Fußsyndrom bezeichnet krankhafte Veränderungen an den Füßen, die durch die Diabetes-Erkrankung begünstig oder verstärkt werden. Durch Schädigungen der Nerven und Störungen des Blutflusses nehmen Diabetiker Verletzungen an den Füßen schlechter wahr. Zudem sind die Wundheilungsfähigkeiten des Körpers bei Mensch mit Diabetes reduziert. Werden Verletzungen nicht frühzeitige erkannt und behandelt, so können anfänglich kleine Wunden über die Zeit sehr tief und groß werden. Schlimmstenfalls kann das Gewebe so stark geschädigt sein, dass Zehen oder sogar der Fuß amputiert werden müssen. 

Die Rolle der Ernährung bei chronischen Wunden

Egal um welche Wunden es sich handelt, die Ernährung ist bei der Wundheilung immer ein entscheidender Erfolgsfaktor. Doch warum ist das so?

Die Wundheilung kostet unseren Körper eine Menge Kraft, denn neue Zellen müssen gebildet und der Stoffwechsel angekurbelt werden. Hierfür benötigt unser Organismus mehr Nährstoffe, wie Vitamine oder Spurenelemente. Auch ein erhöhter Bedarf an Eiweiß und Energie ist nötig, damit die Zellen sich wiederaufbauen können.

Mit einer ausgewogenen Ernährung wird der Körper während der Wundheilung mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt. Denn nur wenn die Wunde mit den richtigen Nährstoffen versorgt wird, kann der Heilungsprozess optimal verlaufen.

Ziel der Ernährung bei chronischen Wunden ist es,

  • den erhöhten Bedarf an Energie, Eiweiß, wundheilungsfördernden Vitaminen und Spurenelementen sowie Flüssigkeit zu decken,
  • einen Verlust an Muskelmasse zu vermeiden,
  • Mangelernährung sowie deren weitreichende Folgen (z.B. erhöhte Infektanfälligkeit, Abnahme der Muskelkraft, erhöhte Sturzgefahr) zu verhindern oder dieser entgegenzuwirken. 

Ernährungsempfehlungen bei chronischen Wunden

Wie ernährt man sich richtig bei einer Wundheilungsstörung bzw. chronischen Wunden? Und was sollte man beachten? Wir zeigen Ihnen, 

  • auf welche Nährstoffe es bei der Wundheilung besonders ankommt,
  • welche Funktion bestimmte Nährstoffe bei der Wundheilung haben
  • und welche Lebensmittel bei chronischen Wunden besonders geeignet sind. 
Energielieferanten bei chronischen Wunden: Kohlenhydrate.

Kohlenhydrate: Unersetzliche Energielieferanten

Der Prozess der Wundheilung erfordert sehr viel Energie. Betroffene mit chronischen Wunden benötigen daher eine Energiezufuhr von etwa 30 – 35 kcal pro kg Körpergewicht pro Tag, um den erhöhten Nährstoffbedarf während der Wundheilungsphase zu decken. So beträgt der Energiebedarf bei einem Gewicht von 65 kg beispielsweise 2.275 kcal – und somit fast 650 kcal mehr als bei einem Menschen ohne eine chronische Wunde.

Kohlenhydrate zählen zu den wichtigsten und schnellsten Energielieferanten und sollten daher in ausreichender Menge mit der Nahrung aufgenommen werden. Eine ausreichende Zufuhr von Kohlenhydraten verhindert zudem den Abbau von körpereigenem Eiweiß und Fettreserven zur Energiegewinnung und wirkt somit einem Verlust von Muskelmasse entgegen. 

Kohlenhydrate sind vor allem in Getreideprodukten wie Brot, Reis, Nudeln, Kartoffeln und Hülsenfrüchten zu finden.

Eiweißreiche Lebensmittel zur Unterstützung der Wundheilung

Eiweiß: Fundamentale Helfer beim Zellaufbau

Eiweiß ist ein fundamentaler Baustein für unseren Körper, denn es steckt in Muskelfasern, Enzymen, Hormonen, im Blut und im Immunsystem. Sämtliche Organe werden daraus gebildet. So unterstützt Eiweiß unseren Organismus auch bei der Zellreparatur und dem Aufbau von neuem Gewebe. Ohne Eiweiß kann daher keine Wundheilung stattfinden. Bei chronischen Wunden bzw. Wundheilungsstörungen sollten Sie daher auf eine ausreichende Zufuhr von Eiweiß achten, da zusätzlich eine große Menge Eiweiß über die Wundflüssigkeit (Exudat) verloren geht – manchmal sogar bis zu 50 g Eiweiß täglich.

Empfohlen werden in dieser Situation täglich 1,2 – 1,5 g Eiweiß pro kg Körpergewicht. 

Eiweiß ist in vielen verschiedenen Lebensmitteln enthalten – pflanzlichen wie tierischen. Versuchen Sie grundsätzlich, bei jeder Mahlzeit eiweißreiche Speisen einzuplanen. Wertvolle Eiweißlieferanten sind

  • Milch und Milchprodukte,
  • Eier,
  • Fisch (z.B. Alpenlachs, Zander, Regenbogenforelle, Wels),
  • mageres Fleisch,
  • Hülsenfrüchte (z.B. Bohnen, Erbsen, Linsen),
  • Nüsse, Kerne und Samen (z.B. Leinsamen, Mohnsamen, Sonnenblumenkerne, Sesam, Walnüsse, Haselnüsse, Pistazien)
  • sowie Sojaprodukte (z.B. Tofu, Sojaschnetzel, Sojajoghurt).

Praxistipp für die Eiweißversorgung

Fällt es Ihnen schwer, den Eiweißbedarf über die normale Ernährung zu decken? Dann sind eiweißreiche Trinknahrungen mit hoher Energiedichte, wie z.B. lovital® complete energy 2.0, genau das Richtige. Die medizinischen Flüssignahrungen bringen nicht nur Abwechslung in Ihren Speiseplan, sondern versorgen Sie mit viel Energie, Eiweiß sowie allen wichtigen Vitaminen und Spurenelementen und unterstützen somit auch den Heilungsprozess. Und das Beste: Unter bestimmten Voraussetzungen kann Ihr Hausarzt Trinknahrung zu Lasten der gesetzlichen Krankenkasse verordnen

Mehr zur Trinknahrung
Fette spielen eine wichtige Rolle beim Aufbau der Zellmembran.

Fette: Unterstützer beim Aufbau der Zellmembran

Fette sind nicht nur wahre Energielieferanten, sondern spielen auch beim Aufbau der Zellmembranen eine wichtige Rolle. So sind Fette ebenfalls wichtige Unterstützer der Wundheilung. 

Zusätzlich sind sie Träger der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K. Ohne Fette kann der menschliche Körper diese lebenswichtigen Vitamine, die auch für den Heilungsprozess notwendig sind, nicht aufnehmen oder verwerten.

Jede Wundheilung braucht zudem ein intaktes und starkes Immunsystem. So sind vor allem Omega-6- und Omega-3-Fettsäuren bedeutend für die Wundheilung. Sie wirken entzündungshemmend und stärken die Immunabwehr.

Reich an Omega-3-Fettsäuren sind fettreiche Fische, wie Lachs, Makrele, Hering, Thunfisch, Zander oder Wels sowie Lein- und Rapsöl, Nüsse und Samen. Omega-6 Fettsäuren sind z.B. in Sonnenblumenöl, Soja- oder Distelöl enthalten. 

Schon gewusst?

Nüsse und Samen sorgen nicht nur für eine höhere Energiedichte der Mahlzeiten und liefern entzündungshemmende Omega3- Fettsäuren, sondern versorgen Sie auch noch mit viel Eiweiß. Werten Sie daher Ihre Mahlzeiten mit Nüssen oder Samen auf, z.B. als Topping in Porridge, Müsli, Joghurt oder über Salat oder Ofengemüse.

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente: Wichtige Förderer der Wundheilung

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente übernehmen wichtige Aufgaben bei der Wundheilung. Bereits der Mangel eines einzigen Mikronährstoffes kann die Heilung verzögern. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, welche Mikronährstoffe für die Wundheilung von Bedeutung sind und welche Funktion diese bei der Wundheilung übernehmen. Zudem sehen Sie, welcher Nährstoff in welchen Lebensmitteln enthalten ist. 

Nährstoff
Funktion / Bedeutung für die Wundheilung Vorkommen
Vitamin A
  • beteiligt am Aufbau von Hautgewebe (Kollagensynthese)
  • wirkt entzündungshemmend
Leber, Käse, Eier, Milch, gelben und orangefarbenen Gemüsesorten (z.B. Karotten, Paprika)
Vitamin B-Komplex
  • fördert die Zellteilung und unterstützt so körpereigene Reparaturprozesse
Vollkornprodukte, Gemüse, Milchprodukte
Vitamin C
  • fördert die Kollagenbildung im Körper (wichtiger Faserbestandteil von Haut, Knochen, Sehnen, Knorpeln, Blutgefäßen)
  • unterstützt die körperliche Abwehrreaktion bei Infektionen
  • verbessert die Aufnahme von Eisen im Dünndarm
Paprika, schwarze Johannisbeeren, Grünkohl, Brokkoli, Fenchel, Zitrusfrüchte, Hagebutten
Vitamin E
  • stabilisiert die Zellmembran und damit wichtig für den Zellschutz
  • unterstützt das Immunsystem
  • wirkt entzündungshemmend
Pflanzenöle, wie z.B. Raps-, Sonnenblumen-, Distel- oder Sojaöl, Weizenkeime, Mandeln und Haselnüsse
Vitamin K
  • fördert die Blutgerinnung
grüne Gemüsesorten (Spinat, Brokkoli, Grünkohl) und Salate, Leber und Rindfleisch
Eisen
  • fördert den Sauerstofftransport zum Wundgewebe
  • hilfreich bei der Kollagenvernetzung
Fleisch und Fleischprodukte, Haferflocken, Linsen und Feldsalat 
Kupfer
  • unterstützt die Eisenverwertung
  • ist an der Quervernetzung und Festigung des Kollagens beteiligt 
Nüsse, Sojabohnen, Krabben, Kakao
Selen
  • wichtige für den Zellschutz (Antioxidans)
Fleisch, Seefisch, Eigelb sowie Pilze, Kohl- und Zwiebelgemüse, Linsen, Spargel und Nüsse, wie z.B. Paranüsse
Zink
  • fördert die Zellbildung, die Zellteilung und den Zellstoffwechsel
  • unterstützt die Neubildung von Proteinen, um das zerstörte Gewebe zu ersetzen
  • wirkt antibakteriell und antientzündlich 
Meeresfrüchte (z.B. Austern), Fleisch, Innereien, Eier, Käse und Getreidekeime
Ausreichend trinken bei chronischen Wunden

Flüssigkeit: Ausreichend trinken zum Ausgleich von Flüssigkeitsverlusten

Wunden können nässen, sich entzünden und Fieber auslösen. Vor allem bei großen, chronischen Wunden kann der Körper große Mengen an Gewebsflüssigkeiten und dadurch auch Eiweiße und Mineralstoffe verlieren. 

Betroffene sollten deshalb ausreichend trinken, um Flüssigkeitsverluste zügig auszugleichen.  

Denn wird der Flüssigkeitsverlust über die Wunde (Wundexudation) nicht kompensiert, kommt es zu einem Flüssigkeitsmangel, auch Dehydration genannt. Durch einen Flüssigkeitsmangel wird das Blut im Körper dickflüssiger und die Durchblutung verlangsamt sich. So können wichtige Nährstoffe weder ausreichend zur Wunde transportiert werden, noch Abfallstoffe abtransportiert werden.

Die täglich notwendige Flüssigkeitsmenge bei einem gesunden, erwachsenen Menschen beträgt 2-3 Liter Flüssigkeit pro Tag (ca. 30-35 ml pro kg Körpergewicht). Etwa ein Drittel der Flüssigkeit nehmen wir mit fester Nahrung zu uns. Zwei Drittel, etwa 1,5 -2 Liter, muss über den Tag verteilt durch Getränke zugeführt werden. Bei stark nässenden Wunden oder Fieber kann der Bedarf deutlich darüber liegen.  

Gute Flüssigkeitslieferanten sind z.B. Leitungs- oder Mineralwasser und ungesüßte Tees. Sie können auch zwischen Wasser und Saftschorlen oder Tee wechseln, wenn Ihnen das Trinken von Wasser schwerfällt. Oder Sie verfeinern Wasser mit Zitrone, Minze oder Früchten. 

Um zu prüfen, ob Sie ausreichend getrunken haben, kann das Führen eines Trinkprotokolls hilfreich sein. Weitere Tipps, mit denen es Ihnen gelingt, ausreichend zu trinken, finden Sie hier:

Tipps zur Flüssigkeitsaufnahme 

Chronische Wunden: Abwärtsspirale Mangelernährung

Chronische Wunden und Mangelernährung: Verhängnisvolle Abwärtsspirale

Eine gesunde ausgewogene Ernährung ist für den Heilungsprozess chronischer Wunden ein entscheidender Faktor. Sie liefert Energie, Eiweiß und die notwendigen Vitamine und Mineralien, die für die Heilung und den Wiederaufbau von Gewebe benötigt werden. Aber: Für Betroffene mit Wundheilungsstörungen ist es oft schwierig, durch die normale Nahrungsaufnahme ausreichend Energie und Nährstoffe für die Wundheilung zu sich zu nehmen. 

Denn für den Wundheilungsprozess benötigt der Körper mehr Energie und Nährstoffe als üblicherweise. Wird der Organismus jedoch unzureichend mit Nährstoffen versorgt, entsteht ein Ungleichgewicht zwischen Nährstoffzufuhr und Nährstoffbedarf. Diesen anhaltenden Mangelzustand nennt man Mangelernährung. Eine Mangelernährung wiederum verzögert bzw. verhindert die Wundheilung chronischer Wunden und begünstig sogar die Entstehung neuer Wunden. So kommt es schnell zu einer verhängnisvollen Abwärtsspirale, die es zu vermeiden bzw. zu beheben gilt. Ein guter Ernährungszustand ist daher von großer Bedeutung für die Wundheilung. 

Ernährungscheck bei Wundheilungsstörungen

Wie gut ist Ihr Ernährungszustand?

Möchten Sie wissen, ob Sie oder Ihr Angehöriger gut versorgt sind? Dann machen Sie den kostenlosen Ernährungs-Check. Mit ein paar einfachen Fragen können Sie erste Anzeichen einer Mangelernährung identifizieren und feststellen, ob Sie etwas unternehmen sollten. 

Zum Ernährungs-Check

Wundheilung: Wie Trinknahrung den Heilungsprozess unterstützen kann

Ist es bei chronischen Wunden bzw. Wundheilungsstörungen schwer, ausreichend Nährstoffe über die normale Ernährung aufzunehmen, kann Trinknahrung helfen, diese Nährstofflücken zu schließen. Die konzentrierten Trinkmahlzeiten liefern sehr viel Energie und Eiweiß sowie alle notwendigen Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente, die der Körper während des Heilungsprozesses benötigt. Gerade wenn Betroffene zu wenig essen oder über Appetitlosigkeit klagen, können hochkalorische und eiweißreiche Trinknahrungen den Nährstoffhaushalt wieder ins Gleichgewicht bringen.

Als Ernährungsunterstützung oder sogar als vorübergehender Mahlzeitenersatz kann Trinknahrung daher ein wertvoller Bestandteil der Ernährung bei Wundheilungsstörungen sein.

Bei der Auswahl des richtigen Trinknahrungsproduktes sollten Sie darauf achten, dass die ausgewählte Trinknahrung neben einer hohen Energiedichte sehr eiweißreich ist, da Eiweiß für den Aufbau und die Reparatur von Gewebe unerlässlich ist.

Diese hochkalorischen, eiweißreichen Trinknahrungen sind bei Wundheilungsstörungen besonders geeignet:  

•    Lovital® complete energy 2.0 von CuraProducts
•    Fresubin® 2 kcal Drink bzw. Fresubin® Protein Energy Drink von Fresenius Kabi
•    Resource® 2.0 bzw. Resource® Protein von Nestlé Health Science
•    Fortimel® Extra 2 kcal bzw. Cubitan® von Nutricia
•    Restoric® supportiv S von Vitasyn
•    Nutricomp® Drink Plus HP von B. Braun

Sondennahrung bei chronischen Wunden

Wundheilungsstörungen, wie z.B. ein Dekubitus, sind auch bei Betroffenen mit einer Ernährungssonde häufiger zu finden. Für die Sondenernährung bei Wundheilungsstörungen wird eine energie- und eiweißreiche Sondennahrung empfohlen. 

Diese hochkalorischen und eiweißreichen Sondennahrungen sind bei Wundheilungsstörungen besonders geeignet: 

  • DOLPINA® Energy Protein MCT (1,5 kcal/ml) von DOLP Medical
  • Lovital® S power 2.0 HP fibre (2,0 kcal/ml) von CuraProducts
  • Fresubin® 2 kcal HP fibre (2,0 kcal/ml) bzw.  Fresubin® energy (1,5 kcal/ml) von Fresenius Kabi
  • Nutrison® advanced Cubison (1,04 kcal/ml) von Nutricia
  • Isosource® 2,0 protein fibre (2,0 kcal/ml) bzw. Isosource® protein fibre (1,33 kcal/ml) von Nestlé Health Science
  • Nutricomp® Energy HP Fibre (1,56 kcal/ml) von B. Braun

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