Trinknahrung aus der Apotheke versus Supermarkt-Drinks

Fresubin, Fortimel & Co.: Was medizinische Trinknahrung von Ernährungsdrinks wie YFood unterscheidet

Wenn Eltern, Großeltern oder Angehörige plötzlich weniger essen, wird aus jeder Mahlzeit eine Sorge. Der Teller bleibt halb voll, Lieblingsgerichte schmecken nicht mehr, das Gewicht sinkt. Was hilft in dieser Situation?

Die Antwort scheint schnell gefunden: Trinknahrung. Doch welches Produkt eignet sich wirklich? Eine Trinkmahlzeit wie YFood® aus dem Supermarkt – oder eine medizinische Trinknahrung wie Fresubin®, Fortimel®, Resource® und lovital® aus der Apotheke oder dem Sanitätshaus?

Wer vor dem Regal steht, könnte meinen: Trinknahrung ist Trinknahrung. Beide Produktgruppen versprechen Energie, Eiweiß und wichtige Nährstoffe. Und beide werden getrunken, wenn es schnell gehen soll oder normales Essen gerade schwerfällt.
Doch genau hier beginnt der wichtige Unterschied.

Denn medizinische Trinknahrung ist nicht einfach ein Ernährungsdrink. Sie wurde für Menschen entwickelt, die aufgrund von Appetitlosigkeit, ungewolltem Gewichtsverlust, Krankheit oder Kau- und Schluckstörungen ihren Energie- und Nährstoffbedarf nicht ausreichend über normale Mahlzeiten decken können. Trinkmahlzeiten wie YFood®, Huel® oder Hipp® sind dagegen in der Regel für gesunde Menschen gedacht, die im Alltag eine schnelle Mahlzeit ersetzen möchten.

Zusammensetzung hochkalorische Trinknahrung / Astronautenkost

Der wichtigste Unterschied: medizinische Trinknahrung ist eine bilanzierte Diät

Anders als Ernährungsdrinks aus dem Supermarkt zählen medizinische Trinknahrungen wie Fresubin®, Fortimel®, Resource® oder lovital® zu den Lebensmitteln für besondere medizinische Zwecke. Man spricht auch von bilanzierten Diäten.

Das klingt erst einmal technisch, ist aber wichtig: Bilanzierte Diäten unterliegen klaren rechtlichen Vorgaben. Für ihre Zusammensetzung gibt es festgelegte Anforderungen, zum Beispiel zu Mindest- und Höchstmengen von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Dadurch soll sichergestellt werden, dass der Körper nicht nur Kalorien erhält, sondern zuverlässig mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgt wird.

Bei vielen medizinischen Trinknahrungen kommt ein weiterer Punkt hinzu: Sie sind vollbilanziert. Das bedeutet, dass sie alle lebenswichtigen Nährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis enthalten und man sie zur ausschließlichen Ernährung nutzen kann und trotzdem rundum gut versorgt ist.

Trinknahrung aus dem Supermarkt

YFood®, Huel® und Hipp®-Trinkmahlzeiten: praktisch, aber nicht vollbilanziert

Ernährungsdrinks wie YFood®, Huel® oder Trinkmahlzeiten von Hipp® haben einen anderen Ursprung und ein anderes Ziel. Sie werden meist als schnelle Mahlzeit für unterwegs, das Büro, die Uni oder den stressigen Alltag beworben.

Das kann praktisch sein. Wer gesund ist und gelegentlich eine Mahlzeit ersetzt, findet darin vielleicht eine unkomplizierte Lösung. 

Aber: Ernährungsdrinks, die außerhalb der Apotheke bzw. des Sanitätshauses angeboten werden, sind hingegen meist nicht zur ausschließlichen Ernährung konzipiert. Würde man sich also ausschließlich von diesen ernähren, sind bestimmte Nährstoffe über- oder unterdosiert.

Genau hier liegt der Unterschied:

Bei Appetitlosigkeit, ungewolltem Gewichtsverlust oder Mangelernährung reicht es nicht, einfach „etwas mit Kalorien“ zu trinken. Entscheidend ist, dass die Zusammensetzung zum medizinischen Bedarf passt – mit ausreichend Energie, Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen.

Medizinische Trinknahrung wie Fresubin®, Fortimel®, Resource® oder lovital® wird für besondere medizinische Ernährungssituationen entwickelt. Supermarkt-Trinkmahlzeiten sind in der Regel Convenience-Produkte für gesunde Menschen.

Für wen ist medizinische Trinknahrung gedacht?

Medizinische Trinknahrung kann sinnvoll sein, wenn Menschen über normale Mahlzeiten nicht mehr ausreichend Energie und Nährstoffe aufnehmen. Das betrifft nicht nur sehr schlanke Menschen. Auch jemand mit Übergewicht kann mangelernährt sein, wenn dauerhaft zu wenig Eiweiß, Energie oder wichtige Mikronährstoffe aufgenommen werden.

Typische Situationen, in denen medizinische Trinknahrung helfen kann, sind:

  • Appetitlosigkeit, besonders im höheren Alter
  • ungewollter Gewichtsverlust
  • Mangelernährung oder Risiko für Mangelernährung
  • Kau- oder Schluckbeschwerden
  • Krebserkrankungen oder belastende Therapien
  • chronische Erkrankungen
  • Erholungsphasen nach Krankheit, Operation oder Krankenhausaufenthalt 

Gerade im Alter wird zu wenig Essen oft als „normal“ missverstanden. Doch wenn Portionen kleiner werden, Mahlzeiten ausfallen und das Gewicht sinkt, sollte man genauer hinsehen. Mangelernährung kann Kraft, Mobilität, Immunsystem und Lebensqualität beeinträchtigen.

Medizinische Trinknahrung gibt es auch auf Rezept

Ein weiterer wichtiger Unterschied zu Supermarkt-Drinks: Medizinische Trinknahrung kann unter bestimmten Voraussetzungen ärztlich verordnet und von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet werden.

Voraussetzung ist in der Regel, dass eine medizinische Notwendigkeit besteht – zum Beispiel bei krankheitsbedingter Mangelernährung oder wenn normale Ernährung allein nicht ausreicht.

Trinkmahlzeiten aus dem Supermarkt, etwa YFood®, Huel® oder vergleichbare Ernährungsdrinks, sind dagegen nicht erstattungsfähig. Sie gelten üblicherweise als Lebensmittel für den allgemeinen Gebrauch und nicht als medizinische Ernährungstherapie.

Für Betroffene und Angehörige kann dieser Unterschied auch finanziell wichtig sein. Denn wer regelmäßig medizinische Trinknahrung benötigt, braucht oft nicht nur eine Flasche, sondern mehrere Portionen über einen längeren Zeitraum.

Trinknahrung liefert viel Energie in kleiner Menge

Warum hochkalorische Trinknahrung so hilfreich sein kann

Wer keinen Appetit hat, schafft oft keine großen Portionen. Genau hier spielt hochkalorische medizinische Trinknahrung ihre Stärke aus: Sie liefert viel Energie und Nährstoffe auf kleinem Volumen.

Medizinische Trinknahrung gibt es häufig in kleinen Flaschen von etwa 125 bis 200 ml. Je nach Produkt kann bereits eine kleine Menge viele Kalorien, Eiweiß und wichtige Nährstoffe enthalten. Das ist besonders hilfreich, wenn Betroffene schnell satt sind oder Essen als anstrengend empfinden.

Ein anschaulicher Vergleich: Um rund 400 kcal über die Ernährung zu sich zu nehmen, müsste man mehrere Becher Vollmilch-Joghurt essen. Alternativ kann eine Flasche hochkalorische Trinknahrung, zum Beispiel lovital® oder Fresubin®, eine vergleichbare Energiemenge liefern - bei deutlich geringerem Volumen.

Für Menschen mit wenig Appetit kann das einen großen Unterschied machen. 

Welche Trinknahrung ist geeignet?

Welche medizinische Trinknahrung passt?

Medizinische Trinknahrung gibt es in vielen Varianten – zum Trinken, zum Löffeln oder als Pulver zum Anrühren. Auch die Zusammensetzung unterscheidet sich: Manche Produkte liefern besonders viel Energie, andere enthalten mehr Eiweiß, Ballaststoffe oder sind auf spezielle Ernährungssituationen abgestimmt.

Welche Trinknahrung geeignet ist, hängt deshalb immer vom individuellen Bedarf ab. Bei ungewolltem Gewichtsverlust kann eine hochkalorische Trinknahrung sinnvoll sein, bei Schwäche oder Muskelabbau eher eine eiweißreiche Variante. Gleichzeitig spielen Geschmack, Verträglichkeit und Alltag eine große Rolle. Denn selbst die ernährungsmedizinisch passende Trinknahrung hilft nur, wenn sie regelmäßig eingenommen wird.

Deshalb ist Beratung wichtig. In Apotheke oder im Sanitätshaus können verschiedene medizinische Trinknahrungen verglichen werden – darunter bekannte Marken wie Fresubin®, Fortimel®, Resource® oder lovital®.

Häufige Fragen und Antworten

Was ist der Unterschied zwischen medizinischer Trinknahrung und Trinknahrung aus dem Supermarkt, wie z.B. YFood®?

Medizinische Trinknahrung wie Fresubin®, Fortimel®, Resource® oder lovital® ist für Menschen mit besonderem medizinischem Ernährungsbedarf entwickelt (bilanzierte Diät). Trinkmahlzeiten aus dem Supermarkt, wie YFood® oder Huel® sind dagegen für gesunde Menschen, die im Alltag schnell eine Mahlzeit ersetzen möchten.

Was bedeutet vollbilanzierte Trinknahrung?

Vollbilanzierte Trinknahrung enthält alle lebenswichtigen Nährstoffe in einem ausgewogenen Verhältnis. Je nach Produkt und Anwendung kann sie auch zur ausschließlichen Ernährung geeignet sein.

Wo bekommt man medizinische Trinknahrung?

Medizinische Trinknahrung ist typischerweise vor Ort in Apotheken und Sanitätshäusern oder online über Versandapotheken bzw. Onlineshops der Sanitätshäuser erhältlich.

Kann Fresubin®, Fortimel®, Resource® oder lovital® von der Krankenkasse erstattet werden?

Unter bestimmten Voraussetzungen kann medizinische Trinknahrung von der gesetzlichen Krankenkasse erstattet werden. Dafür ist eine ärztliche Verordnung per Rezept notwendig.

Gibt es medizinische Trinknahrung auch vegan?

Viele Ernährungsdrinks aus dem Supermarkt, etwa YFood® oder Huel®, gibt es auch in pflanzlichen bzw. veganen Varianten. Auch medizinische Trinknahrung, wie z.B. Fresubin®, Fortimel® oder lovital®, gibt es bereits 100% pflanzlich. Nutzen Sie hierzu z.B. unseren Produktfinder, um zu sehen, welche Produkte als vegane Variante zur Verfügung stehen.

Kurz zusammengefasst: Trinknahrung ist nicht gleich Trinknahrung

Der Unterschied lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Fresubin®, Fortimel®, Resource® und lovital® stehen für medizinische Trinknahrung. Sie ist für Menschen mit besonderem medizinischem Ernährungsbedarf entwickelt, gehört zu den Lebensmitteln für besondere medizinische Zwecke, ist häufig vollbilanziert und kann unter bestimmten Voraussetzungen erstattet werden.

YFood®, Huel® und Hipp®-Trinkmahlzeiten sind Ernährungsdrinks oder Trinkmahlzeiten für den Alltag. Sie können praktisch sein, sind aber in der Regel nicht für die medizinische Ernährungstherapie bei Mangelernährung gedacht und werden normalerweise nicht von der Krankenkasse erstattet.

Oder noch kürzer: Nicht jede Flasche, die Nährstoffe enthält, ist medizinische Trinknahrung.

Dies könnte Sie ebenfalls interessieren

Aktuelles
Vegane hochkalorische Trinknahrung mit pflanzlichen Zutaten
Vegane Trink- und Sondennahrung: Pflanzliche Alternativen erobern die medizinische Ernährung
Aktuelles
Kein Zucker bei Krebs: Mythos
Zucker bei Krebs – Mythos oder Wahrheit?
Aktuelles
Screening Mangelernährung im Krankenhaus
Bundestag bringt Screening gegen Mangelernährung auf den Weg