Hitze Appetitlosigkeit

Kein Appetit bei Hitze? Warum Ernährung trotzdem wichtig bleibt

Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass Sie bei Hitze weniger Hunger haben? Das ist zunächst eine normale Reaktion des Körpers. Bei hohen Temperaturen versucht der Körper, überschüssige Wärme abzugeben. Dafür wird die Haut stärker durchblutet. Gleichzeitig kann die Durchblutung des Verdauungssystems abnehmen: Die Verdauung wird träger, der Magen entleert sich langsamer und das Sättigungsgefühl hält möglicherweise länger an. Auch eine erhöhte Flüssigkeitsaufnahme kann das Hungergefühl dämpfen.

Gerade bei älteren, kranken oder bereits geschwächten Menschen kann eine länger anhaltende Appetitlosigkeit jedoch problematisch werden. Denn auch wenn der Hunger fehlt, benötigt der Körper weiterhin ausreichend Energie, Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe und Flüssigkeit. Werden über längere Zeit zu wenig Energie und Nährstoffe aufgenommen, kann sich eine Mangelernährung entwickeln. Eine zu geringe Flüssigkeitszufuhr erhöht zudem das Risiko einer Dehydratation.

Speisen bei Hitze und wenig Appetit

Was hilft bei Appetitlosigkeit an heißen Tagen?

Bei Hitze sind kleine, leichte und gut verträgliche Mahlzeiten oft angenehmer als große oder schwere Portionen. Verteilen Sie das Essen daher möglichst auf mehrere kleine Mahlzeiten über den Tag.

Besonders gut geeignet sind wasserreiches Obst und Gemüse, Joghurt und Quark, kalte oder lauwarme Suppen, gedünsteter Fisch, leichte Salate, leichte Kartoffel- oder Nudelgerichte mit Gemüsesoßen sowie belegte Brote. Berücksichtigen Sie dabei möglichst individuelle Vorlieben und richten Sie die Speisen appetitlich in überschaubaren Portionen an.

Auch bei kleinen Mahlzeiten sollte auf eine ausreichende Energie- und Eiweißzufuhr geachtet werden. Salate lassen sich beispielsweise mit Käse, Ei, Fisch, Hülsenfrüchten, Nüssen, Avocado oder Pflanzenöl aufwerten. Joghurt und Quark können mit Sahne, Nussmus oder Haferflocken angereichert werden.

Wenn feste Mahlzeiten schwerfallen, kann medizinische Trinknahrung eine sinnvolle Unterstützung sein. Sie liefert viel Energie und wichtige Nährstoffe in kleiner Menge und lässt sich häufig leichter trinken als eine vollständige Mahlzeit essen.

Warnzeichen einer Mangelernährung: Wird bei Hitze zu wenig gegessen?

Ein vorübergehend verminderter Appetit ist bei sommerlicher Hitze nicht ungewöhnlich. Hält die geringe Nahrungsaufnahme jedoch an, kann besonders bei älteren, kranken oder geschwächten Menschen das Risiko einer Mangelernährung schnell steigen.

Mögliche Warnzeichen sind beispielsweise

  • unbeabsichtigter Gewichtsverlust als wichtigstes Warnsignal,
  • deutlich kleinere Essmengen,
  • wiederholtes Auslassen von Mahlzeiten,
  • nachlassende Kraft und Belastbarkeit,
  • zunehmende Müdigkeit oder Schwäche,
  • Antriebslosigkeit,
  • Schwindel
  • oder Verwirrtheitszustände. 

Erste Anzeichen einer Mangelernährung sollten stets ernst genommen werden. Bei anhaltender Appetitlosigkeit, unbeabsichtigtem Gewichtsverlust oder zunehmender Schwäche sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden.

Trinknahrung bei Hitze und Appetitlosigkeit

Trinknahrung als Unterstützung bei sommerlicher Appetitlosigkeit

Wenn feste Mahlzeiten bei Hitze schwerfallen oder über längere Zeit nur kleine Mengen gegessen werden, kann Trinknahrung eine sinnvolle Unterstützung sein. Sie liefert viel Energie und wichtige Nährstoffe in einem kleinen Volumen und lässt sich häufig leichter trinken als eine vollständige Mahlzeit essen.

An warmen Tagen kann Trinknahrung leicht gekühlt besonders angenehm sein. Sie lässt sich je nach Produkt auch in kleinen Portionen über den Tag verteilen, als Shake anbieten oder zu einem Dessert verarbeiten. Trinknahrung sollte möglichst zwischen den Mahlzeiten eingesetzt werden, damit sie den Appetit auf die Hauptmahlzeiten nicht zusätzlich mindert.

Trinken an heißen Sommertagen

Ausreichend trinken – auch ohne Durst

Bei sommerlicher Hitze verliert der Körper durch Schwitzen mehr Flüssigkeit als gewöhnlich. Gleichzeitig ist das Durstgefühl insbesondere bei älteren Menschen häufig weniger ausgeprägt. Deshalb sollte regelmäßig getrunken werden – auch dann, wenn noch kein Durst verspürt wird.

Als einfache Orientierung kann tagsüber alle ein bis zwei Stunden ein Glas mit etwa 200 ml getrunken werden. Der individuelle Flüssigkeitsbedarf hängt jedoch unter anderem vom Gesundheitszustand, der körperlichen Aktivität und möglichen ärztlichen Vorgaben ab.

Tipps an heißen Sommertagen:

  • Geeignete Getränke an heißen Tagen sind Wasser oder Mineralwasser, ungesüßte Früchte- und Kräutertees sowie verdünnte Fruchtsäfte oder Fruchtsaftschorlen.
  • Alkohol sollte dagegen nur in geringen Mengen getrunken werden.
  • Auch Kaffee, schwarzer Tee und sehr süße Getränke sind als Durstlöscher nicht geeignet.
  • Gleiches gilt für sehr kalte Getränke: Sie regen den Körper dazu an, zusätzliche Wärme zu produzieren. Dadurch kann das Schwitzen zunehmen und weitere Flüssigkeit verloren gehen. Besser sind daher kühle, aber nicht eiskalte Getränke.
  • Zur Flüssigkeitsaufnahme tragen neben Getränken auch wasserreiche Lebensmittel und Speisen bei, zum Beispiel Gurken, Melonen, anderes Obst und Gemüse, Suppen, Brühen oder Joghurt.
Schon gewusst? 

Auch Trinknahrung enthält je nach Produkt etwa 50 bis 60 Prozent Flüssigkeit und leistet damit einen Beitrag zur täglichen Flüssigkeitszufuhr. Da sie den Flüssigkeitsbedarf jedoch nicht vollständig deckt, sollte zusätzlich ausreichend getrunken werden.

Mehr zum Thema Trinknahrung

Wird an heißen Tagen dennoch über längere Zeit zu wenig Flüssigkeit aufgenommen, kann sich eine Dehydratation entwickeln.

Warnzeichen einer Dehydratation bei Hitze

Ein Flüssigkeitsmangel macht sich häufig nicht sofort eindeutig bemerkbar. Gerade bei älteren, kranken oder geschwächten Menschen ist es deshalb wichtig, mögliche Warnzeichen frühzeitig zu erkennen.

Dazu gehören

  • trockener Mund und trockene Schleimhäute,
  • dunkler, stark konzentrierter Urin,
  • Kopfschmerzen,
  • Schwindel,
  • Müdigkeit und Schwäche,
  • Konzentrationsprobleme,
  • Verwirrtheitszustände,
  • Kreislaufbeschwerden. 

Anzeichen einer Dehydratation sollten immer ernst genommen werden und erfordern ein schnelles Handeln. 

Fazit: Auch bei Hitze gut versorgt bleiben

Weniger Appetit bei Hitze ist zunächst eine normale Reaktion des Körpers. Gerade bei älteren oder kranken Menschen sollte jedoch darauf geachtet werden, dass die Versorgung mit Flüssigkeit, Energie und Eiweiß nicht über längere Zeit zu kurz kommt.
Kleine Mahlzeiten, wasserreiche Speisen, regelmäßiges Trinken sowie energie- und eiweißreiche Zwischenmahlzeiten können helfen. Reichen normale Lebensmittel nicht mehr aus, kann medizinische Trinknahrung die Ernährung gezielt ergänzen.

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